
Weil er eine Sitzung der Partei heimlich aufgezeichnet haben soll, schmissen die Neos Nationalratsabgeordneten Veit Dengler am Freitag einstimmig aus dem Klub und der Partei. Besagte Klubversammlung war aufgrund eines Eklats im Nationalrat einberufen: Dengler hatte dazu aufgerufen, gegen Teile des Doppelbudgets zu stimmen.
Dengler betonte, dass er die Sitzung aufgezeichnet habe, sei für alle wahrnehmbar gewesen sei. Er habe die Aufnahme erstellt, da er vor einem Tribunal von 20 Leuten gesessen sei. Die Partei habe nur einen Vorwand gesucht, ihn loszuwerden, so Dengler – der Parteichefin Beate Meinl-Reisinger in diversen Statements und Interviews eine „autoritäre Führung“ attestierte.
Mitschnitte „nicht geheim“
Diese Aussagen bekräftigte er Sonntagabend noch einmal in der ZiB2. Die Mitschnitte seien „nicht geheim“ gewesen. „Wenn es geheim gewesen wäre, wie hätte das dann 20 Minuten nach Beginn der Sitzung ein Nationalratsabgeordneter darauf ansprechen können?“, sagt Dengler.
Er habe immer wieder Sitzungen aufgenommen, um nachher über das Besprochene reflektieren zu können. Aus seiner Sicht sei der Ausschluss von Anfang an vorbereitet gewesen. Die Partei sei mittlerweile „sehr hierarchisch“, Widerspruch werde nicht geduldet, betont Dengler.
Dass er Meinl-Reisinger vor einigen Jahren eine Doppelspitze angeboten habe, halte er rückblickend nicht für anmaßend, widerspricht Dengler, der die Neos mit Matthias Strolz 2012 gegründet hat. „Eine Stärke, die ich habe: Ich kann Parteien aufbauen“, sagt Dengler. Die Neos seien in Wien und zwei, drei anderen Ländern stark, aber sonst quasi nicht präsent.
Source:: Kurier.at – Politik



