Warnung vor Heizkostenbremse: „Führt zu höherem Gasverbrauch“

Politik

Bundesregierung debattiert über Preisbremse für Heizkosten. Agenda Austria warnt vor gleich mehreren negativen Effekten.

Die Strompreisbremse hat die türkis-grüne Bundesregierung bereits beschlossen. Zudem kündigte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) Anfang September eine Preisbremse fürs Heizen an – ob mit Gas, Öl oder Pellets. Die Grünen reagierten bisher zögerlich.

Sollte jedenfalls auch diese Hilfsleistung für alle Haushalte kommen, und dem Modell der Strompreisbremse ähneln, geht der wirtschaftsliberale Think Tank Agenda Austria von weiteren Milliardenkosten aus. Die durchschnittlichen Energiekosten von Österreichs Haushalten teilen sich folgendermaßen auf: Rund 45 Prozent sind Stromausgaben, die restlichen 55 Prozent fließen unter anderem in Gas, Fernwärme, Heizöl und Holz.

„Noch schlechter“

„Wenn also eine Heizpreisbremse nach dem Vorbild der Strompreisbremse kommt, kann man davon ausgehen, dass das gut und gerne das gleiche oder etwas mehr kosten wird“, sagt Agenda-Ökonom Marcell Göttert. Für die Abfederung der Strompreise hat das Finanzministerium (BMF) drei bis vier Milliarden Euro budgetiert.

Ist eine Heizkostenbremse vor diesem Hintergrund eine gute Idee? „Das fänden wir sogar noch schlechter, als die Strompreisbremse“, sagt Göttert. Die Agenda sprach sich bereits dagegen aus, den Strompreis zu deckeln. Gezielte Hilfen für armutsgefährdete Haushalte seien sinnvoller, Wohlstandsverluste für den Mittelstand müsse man ohnehin in Kauf nehmen, heißt es. Anders der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), der bereits im Juli ein Modell für eine Gaspreisbremse vorgeschlagen hatte. Die Bundesregierung übernahm bekanntlich das ÖGB-Modell zur Strompreisbremse zu weiten Teilen.

KURIER / Tichy

Vor allem eine Gaspreisbremse hält Göttert für kontraproduktiv. Sie dürfte sogar zu einem höheren Gasverbrauch in der Bevölkerung führen: „Eigentlich wollen wir Gas einsparen. Wenn man die Kosten aber gedeckelt bekommt, könnten sich vor allem Besserverdiener entschließen, doch ein bisschen weniger Gas zu sparen.“ Zudem würden fossile Energieträger zu einem ungleich höheren Anteil gefördert, als bei der Strompreisbremse, kritisiert Göttert. Die Kosten dafür müsse die gesamte Gesellschaft tragen.

  Kiew verbietet Gespräche mit Wladimir Putin

Göttert plädiert dafür, die Milliarden stattdessen für die Schuldentilgung oder Investitionen zu verwenden. Sollte die Inflationsrate noch weiter ansteigen, brauche es auch noch weitere Einmalzahlungen an ärmere Haushalte, meint der Ökonom.

…read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.