Alles neu: Zukünftige Materialien und Fertigteile am Bau

Wirtschaft

Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern präsentiert im Homereport 2021 die Bautrends der kommenden Jahre

Heldenmaterialien. Wer nun an Heu, Holz oder Hanf denkt, liegt weit daneben. Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern hat diesen Terminus kreiert um den Außenseitern in der Materialwelt ein neues Image zu verleihen. „Plastik und Beton sind in den vergangenen Jahren immer mehr zu den Bösewichten der Bau- und Möbelbranche verklärt worden. Das ändert sich derzeit“, erklärt die Zukunftsforscherin während der Präsentation ihres neuen Homereport 2021. Dieser enthält zukünftige Trends im Bereich Architektur, Wohnen und Arbeiten.

Kurier/Gilbert Novy

Oona Horx-Strathern

Um die Idee von Heldenmaterialien zu erklären, nennt sie das Beispiel von Anya Hindmarch. Eine Tasche der Designerin wurde vor zehn Jahren zum absoluten Bestseller. Grund dafür war der einfache Schriftzug „I am not a plastic bag“ (Ich bin keine Plastiktasche), der darauf gedruckt war.

Nun hat sie eine ähnliche Tasche gelauncht, die nicht weniger erfolgreich ist. Darauf steht: „I am a plastic bag“ (Ich bin eine Plastiktasche). Diese ist nicht wie das Vorgängermodell aus Hanf und Ökobaumwolle, sondern aus recyceltem Plastik hergestellt.

„Wir erleben derzeit eine neue Bewertung alter Materialien“, sagt sie. Dadurch werde ihnen neuer Status verliehen. „Wenn wir bestehende Materialien besser verwerten, gibt es keinen Müll, sondern nur Rohstoffe.“ erklärt Horx-Strathern weiter. Heldenpotenzial sei in jedem (Bau-)Material zu finden.

Ralf Siemieniec/Thinkstock

Ein Bauprinzip zu entwickeln, bei dem Häuser, Tische und auch Teppiche nach Gebrauch in ihre Einzelteile zerlegt und wieder verwertet werden können, sei nun das Ziel. Bereits umgesetzte und funktionierende Beispiele sind in Schweden zu finden. „Im Holzhochhaus ,Kajstaden Tall Timber Building’ in Stockholm kann jede einzelne Schraube wieder verwendet werden.“

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Nikolaj Jakobsen

Neben recyceltem Baumaterial ist auch die Modulbauweise nachhaltig. Dabei werden einzelne Teile eines Hauses vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengefügt. Oona Horx-Strathern zählt die Vorteile auf: „Diese Gebäude sind doppelt so schnell gebaut, produzieren 80 Prozent weniger Müll und die Kostenersparnis liegt bei 20 bis 30 Prozent.“

Auch dieses Konzept wird in Zukunft häufiger in Verwendung sein. Vor allem, da bei der Materialwahl der Module aus dem vollem geschöpft werden kann. Mittlerweile gibt es Fertigteile in jedem gewünschten Baustoff, darunter auch Beton, Holz und auch Stahl-Leichtbauweise.

Passivhaus ist passé

„Als wir vor zehn Jahren unser Haus gebaut haben, wollten wir ein aktives Haus“, sagt Horx-Strathern. Daher setzte die Familie auf Fotovoltaikanlagen, die Sonnenlicht in Energie umwandeln.

Da sich die Technik in den vergangenen Jahren verbessert hat, wird ihr selbst ernanntes Zukunftshaus im Frühjahr mit Solarzellen nachgerüstet. Auch Wasserstoffhäuser und generell Häuser, die wie Batteriesysteme funktionieren, werden in den nächsten Jahren verstärkt gefragt sein.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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