Firmen sehen sich durch KI-Gesetze ausgebremst

Wirtschaft

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat bei heimischen IT-, Kommunikations- und Consulting-Unternehmen Fahrt aufgenommen. Für viele Firmen ist die Technologie wettbewerbsentscheidend. In einigen Branchen setzen bereits bis zu 64 Prozent der Firmen KI ein, bis zu 86 Prozent planen, das zu tun. Durch regulatorische Vorgaben fühlen sich die Unternehmen aber ausgebremst.

40 Prozent sehen den Mangel an Klarheit über rechtliche Konsequenzen als Herausforderung. Rund die Hälfte hat Bedenken wegen Datenschutzverletzungen. Das geht aus einer aktuellen Branchenerhebung der Bundessparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer  hervor.  „Wir haben überhaupt keine Chance, innovative Dinge umzusetzen, weil es viele  rechtliche Unsicherheiten gibt“, sagt Bundesspartenobmann Markus Roth zum KURIER. Die Sparte vertritt an die 150.000 Unternehmen u. a.  aus den Bereichen IT, Telekom, Beratung, Werbung, aber auch Entsorgung und Finanzdienstleistungen.

Kompetenzen unklar

Zwar gibt es in Österreich eine in der Regulierungsbehörde RTR eingerichtete Servicestelle, die Unternehmen zur KI-Regulierung der EU berät. Verbindliche rechtliche Aussagen vermissen viele  Firmen aber, auch weil viele Kompetenzen noch gar nicht abschließend geklärt sind. In der WKO wünscht man sich eine One-Stop-Shop-Lösung. „Wir brauchen eine Behörde, die Generalzuständigkeit hat“,  sagt Sparten-Geschäftsführer Philipp Graf. 

Vor allem kleine Unternehmen würden sich schwertun. Denn die Kapitalbasis, um rechtliche Konsequenzen tragen zu können, fehlt vielen. Das hemme vor allem die Entwicklung neuer Dienste, bei denen KI zum Einsatz kommt. „Für Firmen wäre es wichtig, einen Ansprechpartner zu haben, der verbindlich sagen kann, dass das, was sie vorhaben, in Ordnung ist“, sagt Graf: „Viele trauen sich nicht drüber, weil es ihnen rechtlich zu unsicher ist.“

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Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung

Auch das Thema digitale Souveränität hat bei den Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Dazu hat die zunehmend volatile geopolitische Lage und die Sorge, dass Dienste plötzlich gekappt werden könnten, beigetragen. Dass die US-Regierung unter Donald Trump Technologien als Druckmittel einsetzt, schreckt viele Firmen ab. 

Auch Preiserhöhungen internationaler Anbieter machen den meist kleinen und mittleren Unternehmen zu schaffen. Vor zwei Jahren waren  viele heimische Kunden eines  US-Virtualisierungsdienstleisters mit Preissteigerungen von mehreren Hundert Prozent konfrontiert. 

Die Abhängigkeit von US-Firmen ist groß. Je nach Bereich schätzen sie bis zu 70 Prozent der Unternehmen als sehr oder eher stark ein. Viele setzen deshalb auf Weiterbildung und Know-how  vor allem im Umgang mit Open-Source-Lösungen, um enge Anbindungen an einen Anbieter zu umgehen. 

Mehr als die Hälfte denkt  über einen Wechsel zu einem heimischen oder europäischen Anbieter nach. „Da ist die Wahrscheinlichkeit nicht so groß, dass man zum Spielball wird“, sagt Graf. 

Leichtes Umsatzplus

2025 haben die in der Sparte  vertretenen Firmen ein Umsatzplus von knapp fünf Prozent verzeichnet. Rechnet man die Inflation heraus, bleiben 2,7 Prozent übrig. Zum Jahresbeginn beurteilten 46 Prozent der Befragten die Geschäftslage als gut. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Nachfrage breche in vielen Branchen weg, sagt  Roth. Von der gesamtwirtschaftlichen Situation könne man sich nicht abkoppeln. 

Für heuer rechnet man mit einem Umsatzplus von 5,3 Prozent. Auf den Personalstand hat KI bisher wenig Auswirkungen. Der soll in der Sparte heuer um rund fünf Prozent wachsen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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