China erholt sich rekordverdächtig schnell

Wirtschaft

Das Reich der Mitte exportiert inzwischen deutlich mehr als noch vor der Krise

Chinas Exportzahlen sind im August zum dritten Mal in Folge im Jahresvergleich gestiegen, diesmal um 9,5 Prozent. Der höchste Monatsanstieg seit eineinhalb Jahren, der mit einem Handelsüberschuss von knapp 60 Milliarden US-Dollar einher geht. Experten hatten maximal sieben Prozent Exportwachstum prognostiziert.

Die starken Zahlen zeigen auf, wie schnell sich die chinesische Wirtschaft von den Folgen der Corona-Krise erholt. Die Regierung hatte der eigenen Bevölkerung nämlich knapp drei Monate lang strenge Maßnahmen, unter anderem einen kompletten Lockdown, auferlegt, nachdem das Virus erstmals auf einem Viehmarkt in Wuhan entdeckt worden war.

Profiteur der Krise

Dabei profitiert die ohnehin stark wachsende zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt vor allem davon, dass sie als Ursprungsland des Coronavirus dem Rest der Welt im Pandemie-Verlauf einige Monate voraus ist. Offiziellen Zahlen zufolge gab es zuletzt im April eine dreistellige Zahl an Neuinfektionen in China – ob das bei mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern glaubwürdig ist, sei dahingestellt. Jedenfalls wütet das Virus nicht mehr.

Als der Wirtschaftsmotor dann langsam wieder anlief, fingen etliche andere große Nationen gerade erst an, stillzustehen. Mit der Rückkehr des Alltags in die vielen chinesischen Millionenstädte wurde wieder produziert – und in weiterer Folge exportiert, wenn auch zunächst nur langsam. Während andere Länder also Lockdowns verhängten (Europa) oder mangels geordneter Maßnahmen im Infektionschaos versanken (USA, Brasilien), verschiffte China so viele medizinische Produkte wie noch nie zuvor. Vor allem Masken. Auch die Nachfrage nach elektronischen Geräten blieb weltweit trotz der verhängten Maßnahmen stabil. Chinas Unternehmen profitierten.
 

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Der wahre Ansturm auf chinesische Waren kam erst im Sommer, als die meisten Länder ihre jeweiligen Maßnahmen aufgrund sinkender Zahlen wieder lockerten. Die Menschen hatten, auch mangels Auslandsreisen, mehr Geld und Kauflust als gewöhnlich. Seit Anfang Juni liefert China also Monat für Monat mehr.

Trotzdem ist der Ausblick nicht rosig: Steigende Corona-Zahlen könnten dazu führen, dass viele Länder den Alltag ihrer Bürger wieder einschränken – mit negativen Auswirkungen auf den Handel mit China. Die ohnehin schlechten Beziehungen zu den USA könnten sich zudem so kurz vor der US-Wahl weiter verschlechtern, die Folgen sind nicht absehbar.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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