
Österreich soll in Sachen Schulbildung „von der Aufholjagd auf die Überholspur kommen“: Christoph Wiederkehr (Neos) will mit seinem heute vorgestellten „Plan Zukunft“ (Plan Z) das heimische Bildungssystem umbauen. Der Plan sieht unter anderem sechs Jahre Volksschule, neue Fächer und eine Mittlere Reife vor.
Aber was davon wird wann umgesetzt werden? Und wird es eine Einigung mit den Koalitionspartner dafür geben?
„Pilotregionen“ für sechsjährige Volksschule
Wiederkehr betonte am Dienstag in der ZiB 2 bei Armin Wolf, der „Plan Zukunft“ sei „ein Plan von mir als Bildungsminister“, ausdrücklich auch „über die Periode der Legislatur hinaus“. In den Koalitionsverhandlungen sei verankert worden, dass es Modellregionen geben solle, in denen 10- bis 12-Jährige sechs Jahre in der Volksschule seien. Starten solle das mit „einzelnen freiwilligen Pilotregionen“. Zugleich räumte Wiederkehr „Diskussionsbedarf“ in der Koalition diesbezüglich ein. Wiederkehr begründete den Pilotansatz mit Problemen früherer Modellregionen in Umsetzung und rechtlicher Definition. Geplant seien freiwillige Pilotstandorte, die „auch wissenschaftlich“ begleitet würden. Der Bildungsminister zeigt sich „sehr zuversichtlich“, dass „im Laufe dieser Legislaturperiode“ sechsjährige Volksschulen in Österreich zu sehen sein werden. Eine Entscheidung für eine flächendeckende Umstellung für ganz Österreich erwartete er „erst nach der Legislaturperiode“.
Mittlere Reife ab 2029
Zur geplanten „mittleren Reife“ erklärte Wiederkehr, es gebe dazu Gespräche mit Sozialpartnern wie Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung. Ein „relativ konkretes Modell“ werde derzeit diskutiert, die Umsetzung solle „ab 2029“ erfolgen. Ziel sei unter anderem, sicherzustellen, dass Kinder nach der Schule ausreichend lesen, schreiben und rechnen können. Zur Bildungspflicht sagte er, diese könne „entweder in der Schule erfüllt werden oder in einem Lehrberuf mit zusätzlicher Förderung und Unterstützung“; verpflichtend müsse das nicht zwingend Schule sein, es müsse aber eine Fördermöglichkeit geben.
Ganztagsschulen: „Wahlfreiheit der Eltern“
Für die Unterstufe kündigte Wiederkehr zwei neue Fächer an: „Demokratie, Kommunikation und Wirtschaft“ sowie „Berufsorientierung“. Welche Fächer oder Inhalte dafür im Gegenzug reduziert werden sollen, ließ er offen und verwies auf einen Diskussionsprozess mit einer Expertenkommission sowie Schulpartnern, der noch laufe. Seine Vorgabe sei aber: „Es darf nicht immer nur etwas dazukommen“. Auf die Frage, ob traditionelle Fächer noch zeitgemäß seien, antwortete er: „Zum Teil“, und sprach sich dafür aus zu prüfen, ob Inhalte reduziert werden könnten, um Freiräume zu schaffen.
Beim Thema Ganztagsschulen sagte der Bildungsminister, er halte Wahlfreiheit für Eltern weiterhin für sinnvoll, diese müsse aber erst ermöglicht werden, da es in vielen Regionen zu wenig ganztägige Angebote gebe. Er verwies darauf, dass ganztägige Schulformen die Chancengerechtigkeit verbessern und die Sprachfähigkeit sowie die Freude an der Schule steigern könnten, etwa durch verschränkte Modelle aus Unterricht und Freizeit. Gleichzeitig betonte er, es gebe auch „ehr gute halbtägig geführte Schulstandorte“.
Zur Veröffentlichung von Schuldaten erklärte Wiederkehr, Grundlage sei das Informationsfreiheitsgesetz, das nun ermögliche, Schuldaten „im Fernvergleich“ zu veröffentlichen. Er sagte, er müsse sich als Bundesminister an Gesetze halten und brauche für Änderungen Mehrheiten im Parlament; die angesprochene Bestimmung sei ein Kompromiss im Parlament. Der Umgang mit Daten solle der Verbesserung an Schulstandorten dienen, etwa in der Deutschförderung, und einen „transparenten Umgang“ unterstützen.
Die Schulen würden laut Wiederkehr im Mai informiert, welche Daten veröffentlicht werden. Genannt wurden Leistungsdaten „im fairen Vergleich“ mit vergleichbaren Schulen sowie …read more
Source:: Kurier.at – Politik



