Hipp, hipp, Horror: Unternehmen in der Erpresserfalle

Wirtschaft

Seitdem am Wochenende bekannt wurde, dass das deutsche Familienunternehmen Hipp Opfer eines Erpressungsversuchs geworden ist, überschlagen sich die Meldungen. Gleich mehrere Gläser des beliebten Babybreis sollen die Erpresser mit Rattengift versetzt haben. Am Sonntag wurde ein manipuliertes Gläschen im burgenländischen Schützen am Gebirge entdeckt. Ein zweites Glas soll unbestätigten Berichten zufolge bereits gefunden worden sein (mehr dazu hier)

Hipp selbst hält sich im Hinblick auf die aktuellen Vorfälle mit Stellungnahmen zurück und verweist auf die laufenden Ermittlungen. Auf der Unternehmenswebsite wird betont: „Es handelt sich nicht um einen Produkt- oder Qualitätsmangel unsererseits.“ 

Die Auswirkungen der Vorfälle auf das Unternehmen sind derzeit nicht absehbar – der Markt für Babynahrung ist sensibel und basiert maßgeblich auf Sicherheit und Vertrauen. Der Rückruf von Hipp-Produkten mag hohe Wellen schlagen, in der Lebensmittelbranche ist es allerdings bei weitem kein Einzelfall.

Erpressungsfälle in Supermärkten

So wurden im Jahr 2017 fünf mit Ethylenglykol vergiftete Gläschen mit Babynahrung in Geschäften in Friedrichshafen am Bodensee von einem Erpresser deponiert. Dieser forderte einen zweistelligen Millionenbetrag und drohte, im Falle der Nichtzahlung 20 Giftanschläge in ganz Deutschland zu verüben. Noch bevor er seine Drohungen umsetzen konnte, wurde der Täter von der deutschen Polizei ausgeforscht und festgenommen.
Ebenfalls im Jahr 2017 versuchte ein 74-jähriger Deutscher in Bonn, die Unternehmen Haribo, Lidl und Kaufland zu erpressen. Er drohte, Lebensmittel mit Zyankali zu vergiften, letztlich blieb es jedoch bei der Drohung.
Auch in Österreich sorgte ein Fall aus dem Jahr 2008 für Aufsehen: Hannes Hirtzberger, der damalige Bürgermeister von Spitz an der Donau, wurde mit einer mit Strychnin versetzten Mon-Chéri-Praline vergiftet. Die mit einer mehrfach tödlichen Dosis präparierte Süßigkeit war unter Beilage einer Glückwunschkarte hinter den Scheibenwischer seines Pkw geklemmt worden. Nach dem Verzehr erlitt Hirtzberger einen Herzstillstand und verlor das Bewusstsein. Zwar konnte er reanimiert werden, blieb jedoch infolge irreparabler Hirnschäden ein Pflegefall. Ein mit ihm verfeindeter Heurigenwirt wurde als Täter ausgeforscht, da dessen DNA-Spuren auf dem beigelegten Billet nachgewiesen werden konnten. Er wurde schließlich wegen versuchten Mordes rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt.

  Wie ein 20-Jähriger Lebensmittel retten will

Auch Red Bull, Manner und Wojnar’s Feinkost im Visier von Erpressern

Im Frühjahr 2013 wurde zudem der österreichische Getränkehersteller Red Bull Ziel eines Erpressungsversuchs. Dem Unternehmen wurde zunächst per Brief, später per E-Mail angedroht, Getränkedosen mit Fäkalkeimen zu verunreinigen, sollte eine Geldsumme nicht bezahlt werden. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, und der mutmaßliche Täter – ein 47-jähriger Mann – konnte ausgeforscht und festgenommen werden. Als Motiv wurden finanzielle Schwierigkeiten angegeben, es wurden keine Getränke kontaminiert.
Ein weiterer Fall ereignete sich im Jahr 2010, als ein Student die Unternehmen Manner sowie Wojnar’s Feinkost erpresste. Der damals 27-Jährige platzierte in mehreren Geschäften präparierte Mozartkugeln und Thunfischaufstriche und forderte mehrere hunderttausend Euro, von denen ein Teil ausbezahlt wurde. Bei einer Geldabhebung wurde er schließlich von der Polizei gefasst und später zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.