Was Minister Wiederkehr jetzt in der Schule verändern will

Politik

Was müssen junge Menschen in Österreich lernen und von der Schule mitbekommen, um sich in einer  komplizierter werdenden Welt zurechtzufinden?

Das ist die Frage, mit der sich der „Plan Zukunft“ von Christoph Wiederkehr (Neos) beschäftigt. Nachdem der Bildungsminister im November mit einer Grundsatzrede den Auftakt gesetzt hat, präsentierte er am Dienstag im GRG 15 auf der Wiener Schmelz seinen 76 Seiten starken Plan, um die Schule „leistungsgerechter und chancengleicher“ zu machen. 

Weltspitze

„Wir müssen an die Weltspitze bei der Bildung“, sagt Wiederkehr. Der Plan sei nicht nur ein „Leitstern“, sondern eine „konkrete Handlungsanleitung“, die – auch das sagt der Ressortchef – über den nächsten Wahlsonntag hinausreichen müsse. „Bildung ist das Fundament für Zusammenhalt und Wohlstand.“

Was sind nun die wesentlichen Eckpfeiler und Neuerungen, die Wiederkehr am Dienstag präsentiert hat?

Verbesserte  Elementarpädagogik

Der so genannte Bildungsrahmenplan wird 17 Jahre nach dessen Erfindung erneuert: Dazu gehört, dass sich inhaltlich im Kindergarten manches verändert – etwa, dass Kinderrechte und -schutzkonzepte stärker berücksichtigt und dass Eltern als „Bildungspartner“ in die Pflicht genommen werden. Abgesehen davon sollen schon Kindergartenkinder eine Art Werte- und Demokratie-Unterricht mitbekommen. Wichtig sind zusätzlich die organisatorischen Details: Obwohl Kindergärten in Österreich eine Angelegenheit der Länder sind, will Wiederkehr bei der Gruppengröße, den Öffnungszeiten und auch bei Arbeitsbedingungen und Bezahlung bundeseinheitliche Qualitätsstandards haben. Das gilt übrigens auch für die Sprachstandserhebungen im Kindergarten. Diese sollen harmonisiert, also österreichweit einheitlich werden. 

Neue Fächer für die 10- bis 14-Jährigen

Was im Kindergarten beginnt, nämlich die Demokratiebildung, soll sich in der Mittelschule und AHS-Unterstufe fortsetzen: Die Sekundarstufe 1 bekommt neue Schulfächer, nämlich „Demokratie, Kommunikation und Konfliktlösung“ sowie eine intensivere Art der Wirtschaftsbildung. Für die Oberstufe hat der Bildungsminister das ja schon angekündigt.

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Bildungspflicht und Mittlere Reife

Die schon jetzt ab und an österreichweit stattfindenden Kompetenz-Tests sollen ausgeweitet werden und ins Konzept einer „Bildungspflicht“ und  „Mittleren Reife“ einfließen. 

Das bedeutet: Es wird zentral überprüft, ob Schüler an bestimmten Punkten der Ausbildung auch die nötigen Fähigkeiten gelernt haben, um später beruflich Erfolg zu haben. Gewisse „Grundkompetenzen“ müssten  jedenfalls erreicht werden. Schülerinnen und Schüler, so heißt es im Plan Zukunft, sollen „so lange begleitet werden, bis sie nachweislich zentrale Grundkompetenzen erreichen“.

Einer der Ausgangspunkte sind hier die teils dramatischen Ergebnisse der Pflichtschulen. 

„Wir haben zu viele Jugendliche, die nicht sinnerfassend lesen können“, sagt Wiederkehr. Lesen, Schreiben und Rechnen seien als Grundfähigkeiten „nicht verhandelbar“. Die Mittlere Reife ist  Teil des Regierungsprogrammes, sie soll noch in dieser Gesetzgebungsperiode umgesetzt werden.

Daten müssen anders verwendet und öffentlich werden

Lernstandserhebungen, Feedback von Schülerinnen, Schülern und Eltern oder die Auswertung von Evaluationsergebnissen: Mit diesen und anderen, schon jetzt vorhandenen Daten will Wiederkehr anders, transparenter umgehen. Konkret sollen etwa schulische Kennzahlen interaktiv und übersichtlich für alle Schulleitungen und die Bildungsverwaltung bereit  greifen.  

Schulbezogene Indikatoren sollen zudem  öffentlich einsehbar sein, um  Eltern zu informieren bzw. grundsätzlich bei der Schulwahl zu helfen. 

„School of Education“ – eine Reform der Lehrerausbildung 

Wiederkehr sieht offenkundig Verbesserungsbedarf bei der Ausbildung der Lehrkräfte in Österreich. Konkret sollen die Pädagogischen Hochschulen und universitäre Lehramtsbereiche organisatorisch zu einer gemeinsamen „School of Education“ zusammengeführt werden. Das soll nicht nur die Ausbildung verbessern, sondern vor allem die Durchlässigkeit zwischen Elementar-, Primarstufen- …read more

Source:: Kurier.at – Politik

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