Junge träumen vom Haus, doch es fehlt das Startkapital

Wirtschaft

Das eigene Haus oder die eigene Eigentumswohnung steht bei jüngeren Österreichern zwischen 25 und 40 Jahren ganz oben auf der Wunschliste. Doch das erforderliche Eigenkapital ist in der Regel nicht vorhanden. 

Das geht aus einer aktuellen Online-Befragung der Fachhochschule Wien der WKW unter 988 Personen in dieser Altersgruppe hervor. Mehr als jeder Zweite macht sich häufig finanzielle Sorgen. 69 Prozent haben bis zu 1.000 Euro frei verfügbares Einkommen – 15 Prozent jedoch weniger.

Dennoch sind die Wünsche groß. 55 Prozent der Befragten planen in den nächsten Jahren ihre aktuelle Wohnsituation zu verändern. Knapp zwei Drittel davon wollen ins Eigentum und nennen als Grund für den Kauf das Gefühl der Unabhängigkeit. 

Im Alter keine Miete zahlen zu müssen ist ebenfalls ein zentrales Motiv, so Senior Researcher David Bourdin von der FH Wien. Befragt wurden junge Menschen in NÖ, OÖ, Salzburg, Steiermark, Kärnten und Tirol.

Die aktuellen Marktdaten belegen, dass es schwieriger geworden ist, sich eine eigene Wohnimmobilie anzuschaffen. 2025 wohnten 1,98 Mio. Haushalte im Eigentum und damit nur 7.000 mehr als im dritten Quartal 2022. Profitiert hat davon der Mietmarkt, die Zahl der Mieterhaushalte ist im selben Zeitraum um 84.000 gestiegen.

Jüngere Haushalte sind am Eigentumsmarkt die „Verlierer der vergangenen Jahre“, fasst Matthias Reith, Senior Ökonom bei Raiffeisen Research, zusammen. Lediglich 30 Prozent der 25- bis 39-Jährigen wohnten 2025 in den eigenen vier Wänden, 2021 waren es noch 34 Prozent.

„Es war der Schuldendienst, der Finanzierungen unmöglich gemacht hat für diese Altersgruppe“, sagt Hans-Christian Vallant, Geschäftsführer der Raiffeisen Bausparkasse in Bezug auf die KIM-Verordnung, die Banken strenge Kreditvergaberegeln vorgeschrieben hat. Zwar ist die Verordnung ausgelaufen, aber die FMA prüft nach wie vor die Finanzinstitute im Bezug auf eine nachhaltige Kreditvergabe.

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Damit sich junge Menschen Wohneigentum leisten können, muss laut Hans-Christian Vallant frühzeitig mit dem Aufbau eines finanziellen Polsters begonnen werden. „Wir haben in der langen Phase von Niedrigzinsen gesehen, dass auf so eine große Anschaffung wie den eigenen Wohnraum nicht mehr gespart wurde“, sagt Vallant. „Eine ganze Generation wuchs in dem Glauben heran, dass Sparen nichts bringt und Kreditfinanzierung sowieso günstig und leistbar ist.

Mit dem Effekt, dass mittlerweile die nötigen Mittel für eine Wohnraumfinanzierung fehlen.“ Eine Möglichkeit, um nun wieder ausreichend Startkapital anzusparen, ist das Bausparen. Im Durchschnitt sparen Menschen zwischen 25 und 40 Jahren mit einem Bausparvertrag 7.386 Euro an, der Darlehensanspruch nach sechs Jahren liege bereits bei rund 500.000 Euro bei einer Laufzeit von 35 Jahren, so Vallant.

Das Thema Leistbarkeit beschäftigt Junge

Zwar ist Wohneigentum im Verhältnis zu den Einkommen zuletzt etwas erschwinglicher geworden – doch „weiter verbessern wird sich die Leistbarkeit nicht“, betont Matthias Reith. „Wir rechnen heuer mit zwei Zinsanhebungen der EZB.“ Diese seien bereits eingepreist. 2027 werde die Zentralbank die Zinsen voraussichtlich wieder senken. Die Kaufpreise für Wohnraum sind 2025 um ein Prozent gestiegen, erwartet wird für 2026 und 2027 ebenfalls ein Anstieg um je ein Prozent aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wohnraum.

Wann sich der Kauf rechnet

Warum Eigentum rechnerisch die bessere Wahl ist und die Zeit für Eigentümer arbeitet, rechnen Matthias Reith vor. Nach sieben Jahren sind Käufer im Österreich-Durchschnitt im Vorteil gegenüber einem …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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