Song Contest für Kulturbeflissene: Museen als Instrument und als Disco

Kultur

Wie wäre es einmal mit einem Litophon? Instrumente, deren Klangkörper aus Stein bestehen, kommen ja nicht so oft vor beim Eurovision Song Contest. Da dominiert eher elektronisch generierte Musik und da und dort mal eine Geige. Um das auszugleichen, wird das Mumok am 11. Mai zu einem riesigen Litophon. Von den Künstlern CID RIM und Oliver Hangl wird die Lavabasaltfassade des Museums als Instrument benutzt und live bespielt.

Das ist nur eine von vielen Veranstaltungen, mit denen Kulturinstitutionen den Song Contest in Wien (10. bis 16. Mai) umrahmen und die am Mittwoch von Vizekanzler Andreas Babler und der interimistischen ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher vorgestellt wurden. Manche Info kam da schon zu spät: Der immer hinreißende Eurobronski Song Contest, eine Hommage an die Bewerbe der 60er-, 70er- und 80er-Jahre, die diesmal vom kleinen Bronski & Grünberg ins große Volkstheater übersiedelt ist, ist schon ausverkauft.

Public Viewing im Kunst-Ambiente

Bei der Volksoper hingegen hat man das Problem nicht: Da finden die Veranstaltungen nämlich vor dem Haus statt. An drei Terminen (11., 13., 15. Mai) findet man sich bei freiem Eintritt ein zum Sing-Along, der Volksopernchor unterstützt alle Laien beim Intonieren von Hits aus der langen ESC-Geschichte. Für die Fenster in der Umgebung wird es erst gefährlich, wenn JJs Siegersong „Wasted Love“ drankommt. Die Volksoper lädt am Tag des Finales, dem 16. Mai, auch zum Public Viewing – das allerdings wetterfest im Zuschauerraum.

Gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten kann man das ESC-Finale auch im MAK verfolgen, unter dem Motto „Packt eure Friends ein, schmeißt euch in eure besten Looks“ wird am 16. Mai eine Watch-Party gefeiert. Alle Gäste kommen vorab ermäßigt in die Ausstellung „Christoph Schlingensief. Es ist nicht mehr mein Problem!“

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Kunst und Club

Das Belvedere bietet queere Führungen und einen Vortrag von ESC-Experte Dean Vuletic zur politischen Dimension des Bewerbs (14. Mai). Das Kunsthistorische Museum macht täglich Führungen durch die Gemäldegalerie und die Schatzkammer und versucht, Song-Contest-affine Themen aus der Kunst herauszukitzeln. Für einen Phönix, der sich zum „Risen“ anschickt, muss man allerdings in die Kunstkammer.

Sowohl im KHM als auch in der Albertina kann man sich in Club-Atmosphäre auf das Event eingrooven: Am 13. Mai wird die Kuppelhalle zur „Kunstschatzi“-Bar, am selben Tag findet das Afterwork-Special Albert&Tina auf der Bastei der Albertina in einer ESC-Edition statt.

Wenn alles vorbei ist, kann man sich im Burgtheater das Fazit von Jan Böhmermann und Olli Schulz anhören (17. Mai, 11.30 Uhr).

Erneut Boykottaufrufe

Die Chefin des Naturhistorischen Museums Katrin Vohland präsentierte persönlich den Beitrag ihres Museums: In der Schau „Voices of Nature“ (ab 6. Mai) treten Tiere aus 35 Ländern mit ihren Geräuschen gegeneinander an. Als Beispiel brachte sie den österreichischen Kandidaten, ein Ziesel und dessen Quieken in einem sanften Mollton mit.

Und jährlich grüßt das Ziesel, pardon Murmeltier: Währenddessen haben über 1.000 Künstler in einem offenen Brief den Ausschluss von Israel vom ESC gefordert, darunter wie bereits wiederholt Roger Waters, Paul Weller, Peter Gabriel, Kneecap.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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