Verlängerte Waffenruhe: Wie es im Iran jetzt weitergehen könnte

Politik

Die amerikanische Blockade an der Meerenge von Hormus aufgeben? „Wenn wir das tun, kann es niemals ein Abkommen mit Iran geben, es sei denn, wir sprengen den Rest des Landes in die Luft, einschließlich der Führung!“, schreibt Donald Trump auf seinem Sozialen Netzwerk Truth Social. Die Waffenruhe mit dem Iran hat der US-Präsident in der Nacht auf Mittwoch auf vorerst unbestimmte Zeit verlängert. Doch nichts deutet darauf hin, dass die USA von ihren Forderungen an Teheran abrücken. Was bedeutet das für die kommenden Tage und Wochen? 

Der KURIER zeigt mehrere Szenarien auf, wie es weiter gehen könnte – und was das auch für die weltweiten Erdölpreise und damit für die Weltwirtschaft bedeutet.

Mögliches Szenario 1: Aufnahme von Verhandlungen zwischen USA und Iran

Auch wenn die geplante Reise von US-Vizepräsidenz JD Vance nach Pakistan am Dienstag gestoppt wurde und auch von iranischer Seite kein Verhandler nach Islamabad kam, gehen auf indirekten diplomatischen Kanälen die Annäherungsversuche weiter.

Über neutrale Vermittler, etwa aus Pakistan, der Türkei oder Ägypten werden Angebote ausgetauscht und der jeweils anderen Seite vorgelegt.  Noch aber liegen die jeweiligen Forderungen der USA und des Iran zu weit auseinander, als dass man sich überhaupt zu konkreten Gesprächen an einen gemeinsamen Tisch setzen würde.

Aus Sicht der USA müssen 15 Forderungen erfüllt werden, von denen zwei besonders wichtig sind: Iran muss die 440 kg angereichertes Uran abgeben und mindestens 20 Jahre lang auf eine weitere Anreicherung verzichten. Außerdem müsse der Iran die seit 1. März blockierte Seestraße von Hormus öffnen und dürfe danach auch keine Gebühren für den Transit verlangen.

  Streit ums nächste Budget: Wo die EU neues Geld holen will

Iran wiederum hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt: Dabei verpflichten sich USA und Israel dauerhaft, keine weiteren Angriffe gegen Iran zu starten. Die Waffenruhe betrifft auch den Libanon und damit automatisch die mit Teheran verbündete schiitische Hisbollah-Miliz. Weitere Forderung: Alle Sanktionen gegen den Iran werden aufgehoben.

Wahrscheinlichkeit: Hoch, dass die inoffiziellen diplomatischen Kanäle genutzt werden. Die USA stehen dahinter, wollen möglichst schnell zu einem Deal und einer Öffnung der Straße von Hormus kommen.

Schwieriger ist das Verhandeln von iranischer Seite -extremistische Kräfte der Revolutionsgarden wollen offenbar keine Konzessionen eingehen. Abzuwarten bleit also, wer sich in Teheran durchsetzt: Kompromissbereite Kräfte oder jene, die um jeden Preise weiter kämpfen wollen.

Mögliches Szenario 2: Stillstand, Blockade, steigende Ölpreise – aber keine Kämpfe

Die USA und Iran überziehen einander weiter mit gegenseitigen Drohungen, ohne die Kämpfe wieder aufzunehmen. Weiter zu kämpfen würde nur auf beiden Seiten die Kosten weiter in die Höhe treiben, ohne den jeweiligen Zielen näher zu kommen. Also hält man die gegenseitigen Sperren und Blockaden im Persischen Golf aufrecht. „Solange die amerikanische Seeblockade dauert, wird der Iran zumindest die Straße von Hormus nicht wieder öffnen, und wenn nötig, wird er die Blockade mit Gewalt durchbrechen“, heißt es in einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim, die den Islamischen Revolutionsgarden nahesteht.

Wahrscheinlichkeit:  Hoch – solange es keine Bereitschaft gibt, wieder miteinander zu verhandeln. Die anhaltende Sperre der Straße von Hormus, über die 20 Prozent der weltweiten Öltransporte verlaufen, bedeutet aber auch, dass die Knappheit an Erdöl und Erdgas steigen wird und damit die Preise wieder in die Höhe …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.