
In Österreich werden seit 2020 kontinuierlich weniger Wohnungen gebaut. Dieser Trend spiegelt sich auch in der aktuellen Baubilanz der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBVs) wider. Im Jahr 2025 wurden von den GBVs rund 11.900 Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht einem Rückgang von 13 Prozent gegenüber 2024 und hat eine weitere Verknappung am leistbaren Mietwohnmarkt zur Folge.
„Die Vormerklisten werden immer länger“, wie Verbandsobmann Michael Gehbauer betont. Wohnungssuchende müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. Besonders angespannt ist die Situation in Wien, Salzburg und Innsbruck. „Vor allem Vier- oder Fünf-Zimmer-Wohnungen für Familien wurden wenig gebaut“, erklärt der Experte. „Wer hingegen in Wien eine kleine Wohnung außerhalb des Gürtels sucht, wird rascher fündig.“
Aufwärtstrend in Sicht
Bei der Präsentation der aktuellen Zahlen hoben Michael Gehbauer und Stellvertreterin Isabella Stickler die große Bedeutung der GBVs als stabiler Anker der Bauwirtschaft hervor. „Gerade in wirtschaftlich volatilen Phasen zeigt sich die besondere Rolle des gemeinnützigen Wohnbaus als verlässlicher Partner für leistbares Wohnen. Während gewerbliche Bauträger Projekte vielfach verschieben oder zurückstellen müssen, sichern die gemeinnützigen Bauvereinigungen mit ihrer langfristigen Ausrichtung Kontinuität in der Wohnbauleistung und tragen wesentlich zur Stabilisierung des Marktes bei“, so Stickler.
Laut Verband fehlen in Österreich aktuell rund 10.000 gemeinnützige Wohnungen. So schnell werde sich die Lage auch nicht entspannen. Für das Jahr 2026 wird noch ein weiterer Rückgang auf 11.000 bis 11.600 Fertigstellungen erwartet. Bereits ab 2027 zeichne sich aber ein sanfter Aufwärtstrend ab. Aktuell sind knapp 23.400 Wohnungen in Bau.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



