Drohnenangriff auf Ölterminal: Apokalyptische Szenen in Russland

Politik

Tuapse ist eigentlich für seine langen Schwarzmeerstrände bekannt. Dieser Tage wurde die Küstenidylle aber von einer beinahe apokalyptischen Szenerie überlagert: Nachdem zwei ukrainische Drohnen die Ölraffinerie in der südrussischen Stadt – rund 75 Kilometer nordwestlich von Sotschi – angegriffen hatten, brach dort am Montag ein gewaltiger Brand aus. Vier Tage lang loderten die Flammen. Die Rauchwolke, die über der Region Krasnodar aufstieg, war so riesig, dass sie auf Satellitenbildern noch in Hunderten Kilometern Entfernung zu erkennen war. 

Erst am Donnerstag konnte das Feuer schließlich weitgehend unter Kontrolle gebracht werden; die Arbeiten zur vollständigen Brandbekämpfung dauerten bis zuletzt jedoch weiterhin an, meldeten die Behörden.

Ukraine intensiviert die Angriffe

Nach Darstellung des ukrainischen Generalstabs richtete sich der Angriff gegen Einrichtungen, die „aktiv an der Versorgung der russischen Armee beteiligt sind“. Damit fügt sich die Attacke in ein größeres Muster: In den vergangenen sechs Monaten hat die Ukraine im Rahmen ihres Abwehrkampfes die Angriffe auf russische Energieinfrastruktur stark intensiviert. Allein im März sollen 76 Industrieanlagen – darunter 15 Ölraffinerien – getroffen worden sein. Ziel ist es, den Treibstoffnachschub  sowie die Ölexporte, die Putins Kriegskasse speisen, zu bremsen.  

Die Raffinerie in Tuapse, die Rosneft gehört, war dafür ein wichtiges Ziel: Sie zählt zu den zehn größten des Landes und ist eine wichtige Exportader für Naphtha, Heizöl und Diesel. Jährlich werden dort 12 Mio. Tonnen Rohöl verarbeitet. Derzeit soll der Betrieb  ruhen.  

Schwarzer Regen ging nieder

Gleichzeitig hat der Angriff die vermutlich schlimmste Umweltkatastrophe Russlands seit Beginn der Vollinvasion in der Ukraine im Februar 2022 zur Folge. Die Bevölkerung wurde angewiesen, wegen der starken Luftverschmutzung –  die Grenzwerte für Benzol, Xylol und Ruß waren am Montag um das Doppelte bis Dreifache überschritten worden – in den Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. Wer sich im Freien aufhält, soll Masken tragen, zudem wird empfohlen, Nase, Augen und Rachen regelmäßig zu spülen. Schulen und öffentliche Einrichtungen blieben  jedoch geöffnet.

  Heute Schlussplädoyers im Postenschacher-Prozess

In sozialen Netzwerken posteten Anwohner Fotos und Videos von schwarzem Regen, der über der Region niederging: Ölpartikel aus der Luft setzten sich als schmierige Flecken auf ihren Häusern und Autos ab. Weitere Beiträge zeigten streunende Hunde, deren Fell mit Ölklumpen übersät war. „Unsere Kleidung ist voller schwarzer Flecken, ein stechender Geruch  liegt in der Luft“, berichtete eine Al-Jazeera-Redakteurin vor Ort. 

Neben enormem menschlichem Leid hat der Krieg in der Ukraine in über vier Jahren auch erhebliche Umweltschäden verursacht: hohe Treibhausgasemissionen durch Kampfhandlungen, Waldbrände durch Raketeneinschläge, Giftstofflecks, Bodendegradation, Wasserverschmutzung, zerstörte Ökosysteme. Besonders drastisch war die Zerstörung des Kachowka-Staudamms im Südosten der Ukraine im Jahr 2023: Die Wassermassen fluteten nicht nur ganze Ortschaften. Sie verteilten auch 83.000 Tonnen Schwermetalle über das angrenzende Land. Die Folgen, so warnen Experten, werden noch Generationen beschäftigen.  

…read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.