Mit Enthusiasmus und viel Herz im Wartesaal der Möglichkeiten

Kultur

Aus der liebevollen Umsetzung von „Gullivers Reisen“ im Burgtheater wissen wir: Klein ist man nur im Vergleich. Und so ist die Uraufführung von „Transit“ im Kasino am Schwarzenbergplatz zumindest in Ansätzen problematisch. Denn je sechs Studierende der MUK stehen sechs Menschen mit Beeinträchtigungen gegenüber: Zuerst betreten die einen die Bühne, dann die anderen.

Die einen beherrschen die Tanzschritte fast perfekt, die anderen tun sich zum Teil recht schwer. Aber man lebt mit Enthusiasmus die Inklusion: „Transit“ ist die Abschlussinszenierung des Programms „Jetzt!“ unter der Leitung von Constance Cauers. Thema der 50-minütigen Präsentation sind der Bahnhof, die Bewegung und der Stillstand. Die digitale Anzeigentafel von Daniel Huber bringt das Durcheinander grafisch auf dem Punkt, Georg Marsh übersetzt fröhlich auch die Choreografie von Steffi Wieser in Gebärden – indem er die Bewegungen nachahmt.

Lucie Hedderich hat aus dem Fundus mit Pepsi-Automat, US-Telefonzelle und Plastikschalensitzen ein hoch praktikables Bühnenbild entworfen. Denn es erlaubt, sich für den nächsten Auftritt oder das Solo zu sammeln. Niklas Kern, ein Meister der Bewegung, ist im diversen Grüppchen geradezu ein Profi: Vor zwei Jahren eröffnete er den Opernball.

Daniel Huber (mit Gehstock) bewältigt bravourös einen sprachlichen Hochseilakt. Markus Samek wuchtet sich wie Obelix ins Geschehen, zum Schluss hat Warten auf Raphaela Brandstätter sein glückliches Ende. Besonders sticht Christian Müllner heraus: Er bietet der blond gelockten Milena Ströbitzer Katzenzungen an, spricht ein beinahe versunkenes Wienerisch: Er sollte den Studierenden Nachhilfe geben. Denn klein ist man nur im Vergleich.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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