
Franz Morak feiert in einem Monat, am 25. Mai, seinen 80. Geburtstag. Der Grazer hat sich selbst ein Geschenk gemacht: Er brachte im Eigenverlag ein Buch mit gackerlgelbem Umschlag heraus – wie ein Reclam-Hefterl. Er war schließlich vor Urzeiten Schauspieler, ein ziemlich guter: Mit Dolores Schmidinger bestritt er 1971 im Volkstheater Peter Turrinis „Rozznjogd“, in der Burg begeisterte er als König Ottokar.
Bevor er sich verbissene Kämpfe mit Direktor Claus Peymann lieferte, mutierte er zum Schizo-Punker, der mit abgefahrenen Songs („Billiger Rock ’n Roll“) das Haus zum Kochen brachte. Bei jeder Promotion eines angehenden Arztes wurde „Ich bin der Summa cum laude, Doktor der gesamten Medizin“ gegrölt. Nach vier geilen LPs verschlug es ihn auf die dunkle Seite des Mondes: In der Wenderegierung unter Wolfgang Schüssel von 2000 bis 2006 machte er den ÖVP-Kunststaatssekretär. Danach wurde es still um den Revoluzzer. 2018 bäumte er sich noch einmal auf: Seine CD „Leben frisst rohes Fleisch“, ein durchaus würdiges Alterswerk, stellte er live vor.
Nun hat er auf 200 Seiten unter dem Titel „bum bum bum“ (ISBN 978-3-200-10794-6) seine Songtexte kompiliert – in Kapitel geordnet und mit angriffslustigen Kommentaren zur Zeit ergänzt. Auf der Rückseite wirbt er mit einem Zitat von Rudolf Burger. Der starb bereits vor fünf Jahren. Und wie die Präsentation zeigte: Heute kräht kein Hahn mehr nach Morak. Zumindest kein junger. Schade.
Source:: Kurier.at – Kultur



