Sanierung vs. Neubau: Die Suche nach neuen Anreizsystemen

Wirtschaft

Der Bau neuer Wohnungen stockt, auch die Sanierung von Wohngebäuden kommt nicht vom Fleck. „Wenn wir permanent Geld aus dem System nehmen, rächt sich das“, sagt Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe Immobilien in der Wiener Wirtschaftskammer, in Bezug auf den Mietendeckel und die Neuregelung der Wertsicherung von Mietverträgen. 

Das führe dazu, dass nicht ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind, um Häuser zu erhalten und zu sanieren. Es wird generell zu wenig saniert, das werde sich im Stadtbild bemerkbar machen. „Die Häuser müssen bewohnbar bleiben, sonst haben die Mieter nichts vom günstigen Mietzins“, betont Pisecky.

Es braucht Anreize für Investitionen

 „Die Frage ist, was wird umgesetzt für Investitionen in Immobilien“, stellt Pisecky in den Raum. Fest steht für die Immobilientreuhänder, dass dort gebaut werden müsse, wo schon gebaut ist, denn: Nur durch die Wohnraumschaffung gelinge die Generalsanierung von Wohnhäusern. Wenn der Hausbesitzer nicht das Dach ausbauen kann, wird das Gebäude nicht saniert werden.

130.000 neue Wohneinheiten könnten laut einer Studie auf diese Weise zusätzlich geschaffen werden. Dazu braucht es aber einen Sanierungsturbo, konkret eine Sanierungsrate von 3,9 Prozent – derzeit liegt sie bei 1,6 Prozent. Besser sieht es bei den Wohnungen gemeinnütziger Bauträger aus: Die Zahl der thermisch sanierten Wohnungen ist 2025 mit rund 7.900 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent gestiegen. Auch bei den Umstellungen auf klimafreundliche Heizsysteme setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort. Doch auch hier gebe es Hürden: Laut Isabella Stickler, Verbandsobmann-Stellvertreterin der gemeinnützigen Bauvereinigungen, mache sich der Fachkräftemangel besonders bei den Sanierungen bemerkbar. Mittlerweile gebe es Regionen, wo man um ein Anbot von Baufirmen und Handwerkern bitten muss.

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Ökologische Sanierung begünstigen

Im Bestreben um den Klimaschutz wurde in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass zahlreiche rechtliche Hemmnisse in den Wohnrechtsgesetzen die Steigerung der Sanierungsrate im Gebäudesektor verhindern. Eine Möglichkeit wäre es, die ökologische Sanierung insofern attraktiver  zu machen, indem danach höhere Mieten lukriert werden könnten.  

Geplant ist, dass die Bundesregierung im ersten Halbjahr 2026 ein entsprechendes Paket vorlegt. Es geht darum, wie die Kosten für die thermische Sanierung und Dekarbonisierung des Gebäudebestands fair und sozial ausgewogen verteilt werden können – inklusive eines Regelungsmechanismus, durch den die Durchführung solcher Maßnahmen wirtschaftlich attraktiver wird als deren Unterlassung. Bei Häusern, die dem Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes (MRG) unterliegen, sollten nach Sanierungen, die als Erhaltungsarbeiten (thermische Sanierung) gelten,  etwas höhere Mieten vereinbart werden können. „Wir müssen ein Anreizsystem schaffen, sodass die Generalsanierung gleich behandelt wird wie der Neubau“, fordert Michael Pisecky. Die Miete im sanierten Wohnhaus sei in diesem Modell dann zwar etwas höher, die Betriebskosten nach der Sanierung allerdings niedriger, das hebe sich auf.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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