Die unterrepräsentierten 88 Prozent am Arbeitsmarkt

Wirtschaft

Für die CEO der Jobplattform hokify Jutta Perfahl-Strilka gibt es zwei Arten von Jobs: Die Linked-In-Berufe, die sich in Büros abspielen, und wo medienwirksam über Homeoffice und flexible Arbeitsmodelle diskutiert wird – und die sogenannten Do-it-Jobs (Eigenkreation).

Zweitere sind Berufe, in denen wortwörtlich angepackt wird, die rund um die Uhr dafür sorgen, dass der Alltag funktioniert. „Es sind Jobs, die Wirtschaft und Gesellschaft am Laufen halten“, sagt die CEO. Ob eine Pflegekraft im Gesundheitswesen, der Verkäufer im Handel oder die Lkw-Fahrerin für ein Logistikunternehmen. „88 Prozent der Beschäftigten in Österreich arbeiten in Do-it-Jobs, trotzdem dreht sich die Debatte meist um die anderen zwölf Prozent“, lautet die Kritik im neuen „Do-it-Jobs Report 2026“. Der KURIER hat vor Veröffentlichung einen Einblick erhalten.

KURIER: Wie lautet das Fazit des neuen Reports – wie geht es Menschen mit Do-it-Jobs in Österreich?

Jutta Perfahl-Strilka: Auf der einen Seite geht es den Menschen gut, weil sie ihren Job mögen. 48 Prozent entscheiden sich dafür, weil ihnen die Tätigkeit Spaß macht. Eine Pflegerin wird schließlich keine Pflegerin, weil der Papa sagt, dass sie das machen soll, wie das vielleicht bei Anwälten der Fall ist. Dennoch verlieren viele Arbeitgeber Leute, weil es strukturell einige Themen gibt, die es schwierig machen.

Die Bezahlung etwa? 

Natürlich wollen die Menschen gerne mehr verdienen, das Gehalt ist immer die Nummer eins. Aber das ist überall so aufgrund der wirtschaftlichen Situation. Doch gleich an zweiter Stelle folgt die Zeit – das ist die neue Währung. Sehr oft leiden die Menschen in Do-it-Jobs unter fehlender Planbarkeit ihrer Einsätze. Das Problem sind also nicht Schichtdienste per se. Wenn ein Schichtmodell fixiert ist und nicht ständig über Bord geworfen wird, dann kann man damit planen. Sie wollen klare Abläufe und strukturierte Arbeitszeiten. Das ist etwas ganz Spannendes, das ich so nicht am Schirm hatte.

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Der wichtigste Wechselgrund ist die körperliche Belastung mit über 38 Prozent. Dennoch würden viele Befragte den eigenen Job weiterempfehlen. 

Sogar 78 Prozent würden ihren Job Berufseinsteigern weiterempfehlen. Bei Jobs in der Linked-In-Bubble schafft man vielleicht die Hälfte dieses Ergebnisses.

Wie wichtig ist positive Mundpropaganda für diese Jobs? 

Bei den entscheidenden Treibern für die Berufswahl fallen nur sieben Prozent auf den Rat von den Eltern, Vorbilder im Freundeskreis verbuchen fünf Prozent und das hohe gesellschaftliche Ansehen drei Prozent. Das ist noch viel zu wenig. Das sind insgesamt 15 Prozent, wo das Umfeld sagt: „Tu das.“

In der Praxis wird auf Do-it-Jobs einerseits mit Hochachtung reagiert, zum anderen mit Mitleid. Weil der Job zu hart, die Bezahlung zu schlecht ist. Ist das förderlich oder belastet dieser Zugang mehr, als er hilft? 

Ich glaube, wir als Gesellschaft könnten einen enormen Beitrag leisten, die negativen Beisätze und den Unterton wegzulassen. Wir sollten eine Wertschätzung als Wertschätzung stehen lassen. Nicht nur von außen, auch von den Vorgesetzten. Wir wissen, dass Menschen in Do-it-Jobs innerhalb ihres Teams Wertschätzung für ihre Arbeit bekommen. Bei den Chefitäten aber fällt sie sehr stark ab.

Sie sagen: Menschen in Do-it-Jobs spüren zuerst, wenn der Arbeitsmarkt ins Wanken gerät. Warum? 

Do-it-Jobs üben häufig mehr Menschen aus, da habe ich eine Quantität. Hat ein Unternehmen 20 Leute …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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