
In der Luftfahrt herrscht Unsicherheit über die Kerosinversorgung wegen des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus. Der Chef des internationalen Airline-Verbandes IATA, Willie Walsh, warnte am Dienstag erneut vor Knappheit. „Wir werden erleben, dass die Fluggesellschaften im Vorfeld der Hochsaison im Sommer aufgrund möglicher Treibstoffengpässe einige ihrer Flugpläne reduzieren werden“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
Treibstoffmangel: „Regierungen spät dran und irren sich“
Die Krise könnte Asien als erstes am härtesten treffen und Europa danach, so Walsh. Ryanair-Chef Michael O’Leary sagte hingegen, das Risiko einer Unterbrechung der Kerosinlieferungen in Europa nehme ab. Die Hersteller sagten ihm, sie sähen diese Gefahr nicht bis Ende Juni, erklärte der Chef von Europas größtem Billigflieger. Die Einschätzungen dazu seien in den vergangenen ein, zwei Wochen zuversichtlicher geworden. Warnungen der schwedischen Regierung an die Verbraucher, sich auf Störungen ihrer Flugreisen als Folge von Treibstoffmangel einzustellen, kritisierte der Ire. „Wie üblich sind Regierungen spät dran und irren sich.“
Auch die Einschätzungen der Airline-Manager zur Nachfrage nach Flugreisen gingen auseinander. Diese bleibe stark, die Menschen weltweit wollten im Sommer reisen, sagte Walsh. O’Leary berichtete von Druck auf die Ticketpreise durch etwas schwächere Buchungen. Der Markt müsse in den Sommermonaten mit Angeboten angekurbelt werden.
Nur wenn der Krieg der USA und Israels gegen den Iran bald vorbei sei, könnten die Ticketpreise von April bis Juni stärker als um die aktuell erwarteten drei bis vier Prozent steigen. Die Reisenden bevorzugten europäische Ziele für den Sommerurlaub und neigten mehr zu Last-Minute-Buchungen, beschrieb O’Leary den Trend.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



