Blutpass-Rätsel: Die Hintergründe zum Fall Mario Seidl

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Mario Seidl hat einen verdammt langen Atem. Das liegt in der Natur der Sache, als Nordischer Kombinierer ist es der Salzburger gewohnt, dass man nicht immer auf dem direkten Weg zum Ziel kommt. 

Diese Zähigkeit erklärt, weshalb der 33-Jährige alles in Bewegung setzt, um die dunkle Wolke, die über ihm und seiner Karriere liegt, aufzulösen und sich zu rehabilitieren. „Ich kämpfe um die Wahrheit, meinen Ruf und um Gerechtigkeit.“

4 Jahre gesperrt

Die Vorgeschichte: 2020 hatte die Nationale Antidoping Agentur (NADA) gegen Mario Seidl ein Verfahren wegen Blutdopings eingeleitet. Der Blutpass des Kombinierers wies auffällige Werte und Schwankungen auf, Mario Seidl wurde rückwirkend für vier Jahre gesperrt, zwei WM-Team-Medaillen (2019, 2021) wurden ihm aberkannt.

Getestet

Der Pongauer hat das Blutdoping immer bestritten und damit argumentiert, dass er unter einer sogenannten Hypogammaglobulinämie leidet, die für diese verdächtigen Blutwerte verantwortlich wäre. Einen konkreten medizinischen Beleg dafür konnte er lange Zeit nicht erbringen.

Großes Rätsel

„Ich wollte das aber so nicht hinnehmen und habe es wie ein Rätsel gesehen, das ich lösen möchte“, sagt Mario Seidl im KURIER-Gespräch. Analysen eines renommierten Hämatologen im AKH Wien und in einem Speziallabor in München haben nun neue Erkenntnisse gebracht, die den Verdacht des Blutdopings entkräften. 

In der Kurzfassung: Seidls Blutschwankungen sind medizinisch belegt und wurden und werden immer noch vom eigenen Körper ausgelöst.

Auf Basis dieser Untersuchungen und Daten will Mario Seidl den Fall neu aufrollen und fordert mit seinem Anwalt bei der NADA eine Wiederaufnahme des Verfahrens. „Ich bin angeprangert worden, das will ich so nicht stehen lassen“, erklärt Seidl.

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Beschattet

Der Kampf um seinen Ruf als redlicher Spitzensportler hat den jungen Familienvater schon eine sechsstellige Summe gekostet. Dazu kam sich Mario Seidl zeitweise sogar wie ein Schwerverbrecher vor. 

Es gab eine Hausdurchsuchung, „wo jeder Socken umgedreht worden ist“, acht Monate lang überwachte die Kripo das Auto des Kombinierers, um mögliche Spuren zu einem Blutdopingsyndikat zu finden.

„Es gibt aber überhaupt nichts“, stellt Mario Seidl klar. In seiner Verzweiflung unterzog er sich sogar einem Test am Lügendetektor, um seine Unschuld zu beweisen. „Aber das wurde als Beweis ignoriert.“

Mario Seidl gibt sich kämpferisch. Sollte das Doping-Verfahren nicht neu aufgerollt werden, überlegt er den Gang vor ein Zivilgericht. 

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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