Interio-Pleite: 6,1 Millionen Euro Schulden – Sanierung auf der Kippe

Wirtschaft

Bereits zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit muss die Magazin 07 Möbel und Einrichtungen Vertriebsgesellschaft m.b.H., die unter der Marke Interio auftritt, den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Am Landesgericht Wiener Neustadt fand laut AKV und Creditreform am Mittwoch die Prüfungstagsatzung statt – mit ernüchterndem Zwischenfazit. Die aktuelle Situation ist angespannt: 158 Gläubiger haben Forderungen in Höhe von rund 6,1 Millionen Euro angemeldet – eine Summe, die auch Ansprüche aus der Vorinsolvenz umfasst, bei der ein Sanierungsplan bereits zu 75 Prozent erfüllt wurde.

Nur die Hälfte der Forderungen anerkannt

Von den angemeldeten Verbindlichkeiten hat Insolvenzverwalterin bislang lediglich 3,4 Millionen Euro anerkannt. Die restlichen 2,74 Millionen Euro sind umstritten und werden derzeit noch geprüft. Das Insolvenzgericht setzte eine Klagsfrist von sechs Wochen fest.

Radikale Schrumpfkur geplant

Um das Unternehmen zu retten, setzt die Geschäftsführung auf eine drastische Restrukturierung. Die Filialen in Wien (Mariahilfer Straße) und Linz werden Anfang Juli 2026 geschlossen, für den Standort Graz läuft ein Räumungsverfahren. Auch das Zentrallager in Traiskirchen wird umgebaut, um die Fixkosten deutlich zu senken.

Die Folge: Von den 37 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern müssen voraussichtlich zehn gehen. Der verbleibende Geschäftsbetrieb läuft zwar kostendeckend weiter, jedoch unter schwierigen Bedingungen. Die Umsätze bleiben hinter den Erwartungen zurück.

Drei kritische Erfolgsfaktoren

Wie der Gläubigerschutzverband Creditreform berichtet, hängt der Erfolg der Sanierung an drei entscheidenden Punkten: der Bewältigung von Mietzinsrückständen – sämtliche Verkaufslokale, das Warenlager und der Firmensitz sind angemietet –, der Klärung von Aussonderungsbegehren sowie der Finanzierung des Wareneinsatzes für bereits angezahlte und noch zu beschaffende Möbel.

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20 Prozent in zwei Jahren

Den Gläubigern bietet Interio einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent an, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Ob dieser Plan realistisch ist, wird sich zeigen: Die Insolvenzverwalterin betont, dass die Erfüllbarkeit wesentlich von der Umsetzung der Restrukturierung und der wirtschaftlichen Entwicklung abhängt.

Die Entscheidung fällt am 11. Juni 2026 um 10 Uhr am Landesgericht Wiener Neustadt, wenn die Gläubiger über den Sanierungsplan abstimmen. Dann wird sich zeigen, ob die traditionsreiche Möbelkette eine Zukunft hat – oder endgültig vom Markt verschwindet.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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