„Ring“-Beginn an der Staatsoper: Alberich bringt „Das Rheingold“ zum Glänzen

Kultur

In Bayreuth und in Paris leitete Pablo Heras-Casado bereits Wagners „Ring“. Jetzt führt er zwei Serien (in der bewährten Regie von Sven-Eric Bechtolf) durch die Tetralogie an der Wiener Staatsoper. „Das Rheingold“ mutete zunächst wie ein vorsichtiges aneinander Herantasten von Dirigent und Orchester an. 

Getragen ließ er etwa im Vorspiel die Wellen plätschern. Keine leichte Sache für Georg Nigl, der sich bei seinem Rollendebüt als Alberich mit den Rheintöchtern erst einschwimmen muss. Dabei schont er sich nicht und gibt das Ekel im Rhein. Er niest, wütet und zieht subtil sein Fluchen wie ein Ass aus dem Hinterhalt. Furios verkörpert dieser Sänger ein vokales und schauspielerisches Kraftpaket. 

Auch Michael Volle ist zum ersten Mal als Wotan hier zu hören. Seine Diktion ist von einzigartiger Klarheit und Noblesse. Das Faszinierende an diesem Sänger, er betont jede Silbe sublim mit Sinn. Jede Nuance dieser Figur lässt er spüren, wie die Gier nach dem Ring, die plötzlich in ihm aufsteigt. Mit Nigl lässt er die Szene in Nibelheim zum elektrisierenden Thriller werden. Matthäus Schmidlechner setzt als Loge auf Schöngesang und macht sich quirlig um die Götter zu schaffen.

Szilvia Vörös steht ihrem Bühnengatten Wotan an klarer Diktion nichts nach. Ihre Fricka keift nicht, sie singt mit ihrem warmen Timbre selbstbewusst gegen die üblen Machenschaften der Herren an. Gerhard Siegel ist ein bewährter Mime. Matheus França gibt als Fasolt keinen Grund zum Fürchten, auch Simonas Strazdas ist ein zurückhaltender Fasolt. Jenni Hietala lässt als Freie mit ihrem klaren Sopran aufhorchen. Die Rheintöchter sind mit Ileana Tonca, Alma Neuhaus und Stephanie Maitland sehr gut besetzt. Wiebke Lemkuhls Erda ist noch ausbaufähig. Daniel Jenz setzt als Froh auf seine schönen Phrasierungen. Clemens Unterreiner ergänzt bewährt als Donner. Der Jubel wollte nicht enden.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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