„Walküre“ mit Leipzigern und Nelsons: Ein Wonnemond im Musikverein

Kultur

„Winterstürme wichen dem Wonnemond“: Nicht nur bei dieser herrlichen Arie des Siegmund wusste Klaus Florian Vogt mit seinem hellen Tenor mit glanzvollen, mühelosen Spitzentönen, hoher Dramatik und feiner Lyrik sowie tiefem, gefühlvollem Ausdruck zu faszinieren. Einen kraftvollen, langen Atem beweis der deutsche Tenor auch bei den „Wälse-Rufen“.

Aber auch seine beiden Mitstreiter erwiesen sich bei der konzertanten Aufführung des ersten Aktes von Richard Wagners „Die Walküre“ im Wiener Musikverein von höchster sängerischer Qualität und mit hoher Textverständlichkeit ausgestattet: Die britisch-deutsche Sängerin Sarah Wegener, nur ganz selten etwas zu leise, sang eine nuancenreiche, hochemotionale Sieglinde, mit reinem, ausdruckstarkem, jugendlich dramatischem Sopran, unbeschwert in allen höchsten Tönen. Der Ukrainer Vitalij Kawaljow war ein stimmgewaltiger Hunding zum Fürchten mit prachtvollem, dunklem Bass.

Dazu lieferte das Gewandhausorchester Leipzig unter dem energiegeladenen Andris Nelsons eine weite dynamische Palette von zurückgenommenen Piani an der Grenze der Hörbarkeit bis hin zu gewaltigen Ausbrüchen. Wunderbare Klangpracht, große Transparenz und reiche, farbige Nuancen waren ebenso zu erleben, wie das untrügliche Gespür des lettischen Dirigenten für Agogik, der anlassbezogen das Tempo hier nachließ und dort wieder anzog. Zudem glänzten auch viele Stimmführer, hier ganz besonders der Solocellist, bei den zahlreichen Soli. 

Zuvor stand noch die „Frühlingssymphonie“, die 1. Symphonie von Robert Schumann am Programm, wobei der Beiname vom Komponisten selbst stammt. Das noch in der Tradition von Beethoven und Schubert stehende Werk wurde klangschön, akzentreich und spannend wiedergegeben. Großer Jubel!

…read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 1 times, 1 visits today)
  Festwochen: Die Heilige Messe mit Alice Diop

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.