Digitalkultur im Arsenal – mit Tarnnetzen und Panzerdonner

Kultur

Um dem für Nicht-Insider ohnehin schwer aufzufindenden „Foto Arsenal“ zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen, ist es vielleicht nicht die allerbeste Maßnahme, das Haus zusätzlich noch mit einem Tarnnetz zu überziehen. Anlässlich des Festivals „Vienna Digital Cultures“, das von der stadteigenen Kulturinstitution abwechselnd mit der Kunsthalle Wien ausgerichtet wird, geschah aber genau das.

Der Künstler Fabian Knecht montierte aber nicht irgendwelche Netze, sondern zeigt Überwürfe, die Ukrainerinnen und Ukrainer nach der russischen Invasion 2022 in großer Zahl aus Stoffresten herstellten. Obwohl militärisch nicht sehr sinnvoll, habe sich der „zivile Widerstand“ an dieser Tätigkeit kristallisiert, erklärt Knecht.

Handarbeit, Kunst, Tarnung

Indem er die Stoffe in die Kunstwelt überführt, erweitert er buchstäblich das Netz des Widerstands – auch die Neue Nationalgalerie Berlin wurde bereits behängt, Erlöse aus dem Verkauf von Stücken finanzierten tatsächliche Maßnahmen, die Gebäude in der Ukraine für russische Drohnen unsichtbar machen sollen.

Mit solchen Aktionen will „Digital Cultures“ Anstöße liefern, um zu überdenken, wie nah uns die kriegerische Realität heute rückt.

Erstmals kooperiert das „Foto Arsenal“ dabei mit dem Heeresgeschichtlichen Museum (HGM): Die Festival-Eröffnung heute Freitag (19.15 Uhr, Anmeldung unter hgm.at/events) findet in der dortigen Ruhmeshalle statt.

In der „Panzerhalle“ – einer lang gezogenen Garage für historische Panzer am Arsenalgelände – ist bis Sonntag jeweils von 9 bis 10 Uhr die Installation „Para Bellum“ von Peter Kutin zu erleben: Mit einem Arrangement aus anschwellenden Klängen und Licht bricht der Künstler die Monumentalität des Militärgeräts – und holt den Krieg unbequem nahe an das Publikum heran.  

  Totzauer will ORF ohne politische Deals aus "fundamentaler Krise" führen

…read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.