
Die schieren Zahlen sprechen für sich und eine eindeutige Sprache, doch die Dreierkoalition wird sie nicht machen: die notwendige Pensionsreform.
Notwendig, weil in Österreich immer noch zu früh in Pension gegangen wird in Relation zur Lebenserwartung (Frauen gehen durchschnittlich mit 60,4 Jahren in Pension, Männer mit 62,4 Jahren – dabei liegt das gesetzliche Pensionsantrittsalter bei 65 Jahren).
Weil immer mehr öffentliche Mittel in die Aufrechterhaltung des Systems fließen (20,3 Milliarden Euro betragen die Zuschüsse in die Pensionsversicherungen laut Budget 2026).
Weil immer weniger Erwerbstätige für die immer größere Zahl an Menschen in Pension aufkommen. Um eine Vorstellung von den Summen zu haben:
Gegenwärtig finanzieren 3,3 Erwerbstätige die Pension eines Menschen im Ruhestand. 2050 sind es nur noch 2,2 Erwerbstätige.
Eine „demografische Bombe“ nennt das Fiskalratspräsident Christoph Badelt, denn wenn immer weniger Menschen für immer mehr Menschen aufkommen, die immer länger in Pension sind ob der gestiegenen Lebenserwartung, dann wird das System unweigerlich nicht nur in Schieflage geraten und teuer, sondern auch kippen können.
80 % sind sich laut einer OGM-Umfrage für den KURIER (1.008 Wahlberechtigte; Schwankungsbreite: +/-3,1 %) der Tatsachen vollends bewusst – und zwar quer über alle Parteien hinweg.
Lediglich 9 % geben an, sich des Problems nicht bewusst zu sein, 6 % geben an, sich nicht auszukennen. „Eine 4/5-Mehrheit ist sich bewusst, dass das Niveau der Pensionen in Relation zum Erwerbseinkommen auf Dauer nicht gehalten werden wird können“, sagt Johannes Klotz, Data Scientist beim Meinungsforschungsinstitut OGM. „Aber bei kaum einem Thema heißt verstehen noch lange nicht akzeptieren.“
Danach gefragt, ob die Finanzierung des Umlageverfahrens bekannt ist, geben 47 % ja an. „Das bedeutet allerdings auch, dass eine Mehrheit im essentiellen Thema Pensionen nicht ganz durchblickt“, sagt Klotz angesichts von 20 %, die angeben, sich teilweise auszukennen, weiteren 20 %, die sich teils nicht auskennen und 10 %, die sich nicht auskennen. Daher sei es „kein Wunder, wenn viele die Konsequenzen angesichts der demografischen Entwicklung kaum durchschauen.“
69 % der Befragten begrüßen, dass die Dreierkoalition das Arbeiten im Alter steuerlich begünstigen will. Lediglich 14 % lehnen das Vorhaben von ÖVP, SPÖ und Neos ab. „Angesichts der demografischen Entwicklung ist eine stärkere Erwerbsbeteiligung der Älteren unausweichlich“, so Klotz weiter.
Wohl ob der immer lauter werdenden Reformappelle geben 41 % der Befragten an, privat Vorsorge für das Leben in der Pension zu treffen. Besonders Wähler der Neos (58 %) und der Grünen (44 %) geben an, selbst etwas für das Alter auf die Seite gelegt zu haben.
23 % aller Befragten würden sich gerne etwas für später sparen, können es sich aber gegenwärtig nicht leisten, wie sie sagen. Mit 36 % sind es vor allem FPÖ-Wähler, die dies nicht zu tun vermögen.
Diese Quote sei „auffällig“, so Klotz und deshalb sei es „kein Wunder, dass Herbert Kickl in der Frage von höherem Antrittsalter oder geringerer Pensionsanpassung so stark „mit uns nicht“ wettert.“ Zum Vergleich: Bei den Grün-Wählern geben 18 % an, sich nichts für später aufsparen zu können, bei den Neos sind es 16 % – bei der SPÖ 15 % und bei der ÖVP-Wählerschaft 11 %.
Mit 16 % hält …read more
Source:: Kurier.at – Politik



