
Die für den 17. und 18. Juli in der RCF Arena in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia geplanten Konzerte der US-Rapper Kanye West und Travis Scott werden nicht stattfinden. Das teilte der Präfekt der Stadt, Salvatore Angieri, mit. Die Absage erfolgte aus Gründen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit.
Die Entscheidung fiel nach einer Sitzung des Provinzausschusses für öffentliche Ordnung und Sicherheit, der die Gefährdungs- und Sicherheitslage im Zusammenhang mit den beiden Großveranstaltungen bewertete. Nach Angaben der Präfektur waren insbesondere die unmittelbare zeitliche Abfolge der beiden Konzerte an aufeinanderfolgenden Tagen sowie die erwartete sehr hohe Besucherzahl in der RCF Arena mit einer Kapazität von rund 100.000 Menschen für den Beschluss ausschlaggebend. Auch das Risiko möglicher Proteste floss in die Bewertung ein.
Konzerte von Kanye West in verschiedenen Ländern abgesagt
Die Maßnahme stützt sich auf Artikel 2 des italienischen Polizeigesetzes (TULPS), der Eingriffe zum Schutz der öffentlichen Sicherheit erlaubt. Bereits in der Vergangenheit waren mehrere Konzerte von Kanye West in verschiedenen Ländern wegen Kontroversen und Sicherheitsbedenken abgesagt worden; auch in anderen europäischen Staaten wurden Auftritte des Rappers zuletzt diskutiert oder untersagt.
West steht seit Jahren wegen antisemitischer Äußerungen in der Kritik, darunter Aussagen, in denen er Adolf Hitler lobte und nationalsozialistische Inhalte verbreitete. Travis Scott wiederum steht seit der Massenpanik beim Astroworld-Festival 2021 in Houston unter verstärkter Beobachtung, bei der zehn Menschen starben und Hunderte verletzt wurden.
Geplant war, dass Scott am 17. Juli im Rahmen des „Pulse of Gaia Festival“ in Reggio Emilia auftritt, West sollte am darauffolgenden Tag folgen. Präfekt Angieri erklärte, die Entscheidung sei unter anderem nach Hinweisen der Verbraucherorganisation Codacons sowie der jüdischen Gemeinde in Modena und Reggio Emilia getroffen worden, die insbesondere Bedenken gegenüber West geäußert hatten.
Bereits im April hatte Großbritannien West die Einreise verweigert. Kurz darauf wurde ein geplantes Konzert in Marseille abgesagt, weitere Auftritte in Polen und der Schweiz wurden ebenfalls gestrichen. West hat sich für frühere Äußerungen entschuldigt und diese unter anderem mit einer unbehandelten bipolaren Störung erklärt. Er tritt weiterhin in Ländern auf, in denen seine Konzerte zugelassen werden; ein Auftritt in Istanbul ist angekündigt, weitere Termine in den Niederlanden sind geplant.
Source:: Kurier.at – Kultur



