Online-Shopping in Österreich: Temu schon auf Platz 2

Wirtschaft

Der chinesische Online-Händler Temu gewinnt trotz mehrerer EU-Verfahren immer mehr Marktanteile in Österreich. Wie aus einer eCommerce-Studie des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) im Auftrag der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer hervorgeht, liegt Temu mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent bereits auf Platz 2 im österreichischen Online-Handel. 

Damit hat die chinesische Plattform binnen weniger Monate sowohl Zalando als auch eBay überholt. Zalando kommt auf einen Marktanteil von 5,5 Prozent, eBay auf 4,5 und Otto auf 3 Prozent. Temu ist auch stärker als in Deutschland, wo der Marktanteil bei 5,1 Prozent liegt. Insgesamt gibt es eine hohe Marktkonzentration im Online-Shopping: Die Top-10 Anbieter erreichen 58,1 Prozent Marktanteil.

Starkes Wachstum im Online-Handel

Insgesamt verzeichnete der Online-Handel mit einem Plus von  9,5 Prozent im Vorjahr das größte Wachstum seit der Corona-Pandemie. Zum Vergleich: Der Einzelhandel wuchs im Vorjahr nur um 2,6 Prozent. Der Bruttoumsatz erreichte mit 11,5 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch, ebenso lag der Online-Handelsanteil mit 10,1 Prozent am gesamten Einzelhandelsvolumen auf Rekordniveau. 

Für die Analyse wurden dabei mehrere Datenquellen (insbesondere der ECDB, aber auch von Statistik Austria) herangezogen, sodass der Gesamtmarkt inklusive grenzüberschreitender Anbieter sowie internationaler Plattformen wie Amazon, Temu und Shein betrachtet werden kann.

Was online eingekauft wird

Besonders stark legten laut Erhebung die Bereiche Pflegeprodukte (+13,2 Prozent), Lebensmittel (+11,7 Prozent) und Mode (+10,9 Prozent) zu. Auf das Segment Mode entfällt etwa 23 Prozent der gesamten Online-Handelsumsätze, gefolgt von Elektronik mit 21 und Hobby&Freizeit mit 18,7 Prozent.

Trefelik mahnt faire Wettbewerbsregeln ein

Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer (WKO), mahnt ob der Übermacht ausländischer Plattformen im eCommerce faire Wettbewerbsregeln ein. „Wenn wir wollen, dass nicht nur vorwiegend ausländische Anbieter wachsen, sondern auch der österreichische Einzelhandel, dann brauchen wir Wettbewerbsgleichheit. Diese muss durch wirksame Maßnahmen auf europäischer Ebene wiederhergestellt werden. Nationale Alleingänge wie bei der Paketabgabe sind hier kontraproduktiv“, sagte Trefelik.

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Die jüngst verhängte 200-Millionen-Euro-Strafe für Temu würde zeigen, dass die EU die Problematik erkannt habe. „Doch insgesamt muss die EU schneller werden und bestehende EU-Regeln konsequent durchsetzen – und zwar auch gegenüber asiatischen Anbietern, die uns mit Paketen überschwemmen“, so Trefelik. Der stationäre Handel wiederum müsse im Strukturwandel vor allem seine Stärken ausspielen, „das heißt das Einkaufserlebnis, Service und Beratung oder spezielle Nischen bedienen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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