
40 Mal ist nichts passiert. Doch die Mission 41 wurde immer greifbarer. Schon vor Wochen, als Carlos Alcaraz verletzungsbedingt absagte, sicher aber als Jannik Sinner in der 2. Runde aus den French Open im wahrsten Sinne des Wortes wegbrach.
Ein Sieg fehlt Alexander Zverev noch zum großen Coup. Im 41. Grand-Slam-Turnier und nach drei vergeblichen Finalversuchen steht der Deutsche doch noch vor der Realisierung seines Traums.
Der 29-Jährige schlug den um neun Jahre jüngeren Tschechen Jakub Mensik,der sein erstes Halbfinale auf Grand-Slam-Niveau spielte, nach rund drei Stunden mit 7.5, 6:2, 3:6 und 6:3.
Im ersten Satz lief das Werk noch nicht ganz rund, zumindest zeigte sich Zverev bei drei Breakbällen cool wie sein Kontrahent in den vergangenen Partien und nützte wiederum bei 5:5 seinen ersten Breakball. Danach spielte der 24-fache Turniersieger mit großer Spielfreude auf, Mensik fand vor allem gegen die vielleicht beste Rückhand der Tour kaum noch ein Gegenmittel.
Auch wenn die Fans den 20-jährigen Außenseiter anfeuerten – weil sie mehr noch vom Halbfinale sehen wollten – behielt Im dritten Satz wirkte Mensik leicht angeschlagen, ließ sich behandeln und spielte vor den jubelnden Fans, die mehr sehen wollten, wie ausgewechselt. Der Tscheche vertraute nun mehr seinen Stärken.
Zverev blieb cool, wie es Mensik im Viertelfinale im Youngster-Duell mit dem Brasilianer Joao Fonseca geblieben war, und spielte den vierten Satz nach Hause.Jakub Mensik darf sich trösten, er wird sich im neuen Ranking auf Platz 17 verbessern.
Am Sonntag (15 Uhr, Servus TV, Eurosport) greift Zverev nun nach den Sternen, kann als erster Deutscher seit 30 Jahren ein Grand-Slam gewinnen (Boris Becker, Australian Open 1996). Und es vor allem allen Kritikern, vor allem jenen aus seinem Land, zeigen. Viele hatten nach vergeblichen Anläufen behauptet, das wird nichts mehr. „Das habe ich nie verstanden“, sagt Österreichs Top-Trainer Günter Bresnik. „Man muss ihn immer auf der Rechnung haben. Mit 29 ist er auch lange nicht zu alt.“
Triumph vor den Augen
Nah’ dran war Zverev 2019 im Finale der US Open, als er gegen Dominic Thiem eine klare Führung verspielte. Nah’ dran war Zverev im French-Open-Finale 2024, als er gegen Alcaraz mit 2:1 in Sätzen führte. Und nicht zu vergessen: 2022 war er im Semifinale der bessere Spieler gegen Nadal, ehe ihn ein falscher Schritt zu einer langen Verletzungspause zwang. Damals rissen sieben Bänder alle Hoffnungen.
Dass sich Zverev diesen Titel verdient hat, zeigt allein seine Hartnäckigkeit in der Elite: Schon vor neun Jahren war Zverev bereits die Nummer drei der Welt. Eine unglaubliche Konstanz, von der sein Finalgegner nur träumen kann. Dieser wird am Freitagabend zwischen den beiden Italienern Flavio Cobolli, der im Juli auch in Kitzbühel zu sehen ist, und Matteo Arnaldi ermittelt.
Zverevs Chance bleibt so groß wie noch nie.
Source:: Kurier.at – Sport



