András Schiff und Julia Hagen: Virtuosen aus verschiedenen Welten

Kultur

Von Susanne Zobl

Der Pianist Sir András Schiff und die Cellistin Julia Hagen sind zwei Musikerpersönlichkeiten aus zwei Jahrzehnte auseinanderliegenden Generationen, die viel gemeinsam haben. Beide waren sie Mitte zwanzig, als sie im Musikverein debütierten, Schiff 1977 und Hagen 2021. Beide eint das stete Herausarbeiten des idealen Klangs. Beide sind einzigartige Virtuosen, die ihr Können stets in den Dienst der Musik stellen und sich nie zu überbordenden, nach Effekten haschenden Gesten hinreißen lassen.

Bei ihrem gemeinsamen Abend im Brahms-Saal mit Cellosonaten stellte sich auf seltsame Weise der Eindruck ein, dass sie zunächst wie durch eine unsichtbare Wand voneinander getrennt in ihren eigenen Welten agierten. Das Spannende war, wie sie diese zu überwinden versuchten und das schließlich schafften.

Atemberaubend

Die Brücke dafür legte der Klang ihrer Instrumente, der unverkennbare des Bösendorfer-Konzertflügels, den Schiff sublim entfaltete und der Klang der Saiten auf dem Cello von Francesco Ruggieri, die Hagen atemberaubend zum Singen brachte wie im langsamen Satz von Mendelssohns B-Dur-Sonate, op. 45. Beethovens D-Dur-Sonate, op. 102/2 geriet zum interessanten „Gespräch“, das sie passioniert mit Leoš Janáčeks Märchenvertonung „Pohádka“ fortsetzten. Bei Brahms’ 1. Cellosonate in e-Moll, dominierte Eleganz. Wie ein Kontrast wirkten Schumanns gelöst gespielte „Fantasiestücke“ als Zugabe. Viele Bravos.

KURIER-Wertung: **** von *****

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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