Jährliche weltweite Migration hat sich seit 2000 fast verdreifacht

Politik

Die weltweiten Migrationsbewegungen sind laut einer aktuellen Schätzung seit dem Jahr 2000 von jährlich 13 Millionen Menschen auf rund 35 Millionen im Jahr 2023 angestiegen. Dieser Trend sei auch nicht durch einen Anstieg der globalen Population zu erklären, heißt es in der von Forschenden unter Beteiligung des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (NÖ) erstellten und im Journal Nature präsentierten Studie.

Der Anstieg der Migration übertreffe das weltweite Bevölkerungswachstum und zeige einen „echten Pro-Kopf-Anstieg der menschlichen Mobilität“, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Der mit Hilfe von „Deep Learning“ erstellte Datensatz zu Migrationsströmen zwischen allen 230 von der UNO anerkannten Ländern und Regionen deckt den Zeitraum 1990 bis 2023 ab.

„Langfristige demografische Verschiebungen“

„Da frühere Schätzmethoden auf groben Fünf-Jahres-Momentaufnahmen beruhten, lieferten sie nur sehr wenige Datenpunkte und vermittelten den Eindruck, dass die Rate der globalen Migrationsströme stabil sei“, wurde Ko-Autor und IIASA-Forscher Guy Abel in der Aussendung zitiert: „Unsere jährlichen Daten liefern ein klareres Bild und zeigen, dass diese Rate seit 2000 tatsächlich gestiegen ist. Dieser Aufwärtstrend scheint eher durch langfristige demografische Verschiebungen und wirtschaftliche Entwicklung als durch plötzliche, isolierte Krisen getrieben zu sein.“ Der von den Autoren erstellte Datensatz dokumentierte, dass es lediglich während der Finanzkrise 2008 und 2009 sowie der Covid-19-Pandemie zu Einbrüchen beim Migrationsverlauf kam.

Starker Zustrom in den Nahen Osten

Weltweit zeigte der Nahe Osten den höchsten Gesamtzustrom von Migranten, hauptsächlich aus Südasien und den Philippinen. Die Forscher schätzen, dass seit 2010 insgesamt 19 Mio. Menschen, durchschnittlich 1,35 Millionen pro Jahr, aus Indien, Pakistan und Bangladesch nach Saudi-Arabien, Katar, Bahrain und in die Vereinigten Arabischen Emirate migriert sind. Im Vergleich dazu gab es seit 1990 insgesamt 13,6 Millionen Migrationsbewegungen von Mexiko in die USA, hieß es.

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Gerade auch in Bezug auf Migrationsbewegungen im Globalen Süden könne der Datensatz nun ein lückenloseres Bild liefern und Migrationsströme besser sichtbar machen.

Link zur Studie

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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