Für die Kultur bedeuten gleichbleibende Mittel „eine reale Kürzung“

Kultur

Vor ein paar Wochen hatte im Burgtheater „Wir sind noch einmal davongekommen“ Premiere. Thornton Wilders Befund, inszeniert von Direktor Stefan Bachmann, gilt auch für den Kunst- und Kulturbereich: In den Budgetverhandlungen konnte, so Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), eine massive Kürzung von heuer 629,8 auf 577 Millionen Euro, wie der Bundesfinanzrahmen es für 2027 vorgesehen hatte, abgewendet werden. 

Gemäß Strategiebericht sinkt das Budget im kommenden Jahr nur um 3,3 Prozent bzw. 21,1 Millionen Euro auf 608,7 Millionen, 2028 steigt es sanft auf 617,9 Millionen Euro (allerdings nur wegen der Sanierung und Erweiterung des Salzburger Festspielbezirks).

Bundestheater

Die Basisabgeltung für die Bundestheater bleibt daher in den nächsten beiden Jahren bei 204,2 Millionen Euro. Das heißt: Mit der Auflösung aller Reserven kommt man durch die nächsten beiden Saisonen, es gibt sogar „Planungssicherheit“, wie Sonja Hammerschmied, die neue Chefin der Bundestheater Holding, feststellt. Dadurch kann der kulturpolitische Auftrag erfüllt werden, das Horrorszenario von zwei Schließtagen pro Woche ist einstweilen abgewendet. Es wird allerdings haarig, denn die Gehälter der Mitarbeiter steigen auf Druck der Gewerkschaft äquivalent zu den Beamten. 

Für die Saison 2028/29 sehen die Geschäftsführer von Staats- und Volksoper sowie Burgtheater viele Fragen offen. Eine „Erhöhung der Basisabgeltungen nach Abschluss der Budgetkonsolidierung“ bleibe selbstverständlich weiterhin die Zielsetzung, insbesondere aufgrund des hohen Personalkostenanteils, so das Ministerium.

Bundesmuseen

Die Mittel für die Bundesmuseen sinken 2027 und 2028 von gegenwärtig 157,2 Millionen auf 151,2 Millionen. Für die geplanten Umbauten im Kunsthistorischen Museum, Naturhistorischen Museum und Belvedere gibt es keine Budgetansätze. „Menschen und Arbeitsplätze stehen an erster Stelle“, so Babler. „Ich nehme lieber einen Ticketschalter am Platz vor einem Museum in Kauf als ein Geschlossen-Schild.“

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„Tatsächlich wird bei den Bundesmuseen seit Jahren durch das Ausbleiben einer Valorisierung, d.h. einer Anpassung der Basisabgeltung an die Inflation, bereits gespart. Bei gleichbleibender Fördersumme und gleichzeitiger stark gestiegener Personal- und Betriebskosten bedeutet das realiter eine Kürzung der Mittel“, sagt Albertina-Chef Stephan Gleis, derzeit Vorsitzender der Museenkonferenz.

Die Maßnahmen kämen „nicht überraschend“, heißt es aus dem Belvedere, das ein völlig neues „Visitor Center“ für die Bewältigung der großen Besucherströme plant. Man arbeite für die Realisierung  „an einer Zwischenfinanzierung, die einen Stillstand des Projekts vermeidet. Aktuelle Planungsarbeiten und Behördenverfahren laufen ungebremst weiter“, heißt es aus dem Bundesmuseum. 

Spätestens ab dem Herbst liegt die Baugenehmigung für das Haus der Geschichte im Museumsquartier vor, aber die Realisierung steht in den Sternen. Das Zeitgeschichtemuseum bleibt daher einstweilen in der Neuen Burg.

Im Kunsthistorischen Museum (KHM), wo Direktor Jonathan Fine mit dem Plan eines „Remastering“ angetreten war, wartet man ebenfalls auf eine Genehmigung der bereits geplanten Umbauten, die u. a. den Eingangsbereich des Museums betreffen. „In der Baugenehmigung wird die Behörde dem KHM-Museumsverband eine Frist auftragen, binnen derer das Projekt zu beginnen und umzusetzen ist“, heißt es in einem Statement des Museums. Man werde „Gespräche über die Finanzierung des Projekts aufnehmen, um die rechtzeitige Umsetzung in der aufgetragenen Frist sicherzustellen.“

Im Naturhistorischen Museum (NHM) direkt gegenüber wurden die Planungen eines überholten Eingangsbereichs dagegen bereits im Jahr 2025 eingestellt – der Umbau hätte inklusive Planungen mit 35 Millionen Euro zu Buche geschlagen, diese Gelder wären für die Perioden 2025 bis 2028 …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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