Panini-Sticker auf Coca-Cola-Flaschen: Beschwerde beim Werberat

Wirtschaft

Eltern fußballbegeisterter Kinder können ein Lied davon singen: Panini-Sticker. Je näher die Fußball-WM der Männer rückt, desto stärker steigt der Gruppendruck in Klassenzimmern und auf Pausenhöfen. Die Sammelalben werden vielerorts sogar gratis verteilt. Doch sie sind nicht das, was die Geldbörse belastet. Teuer werden die Sticker von Kylian Mbappé, Alphonso Davies und Co.

Wie das Ö1-Konsumentenmagazin berichtet, kann das Panini-Fieber ordentlich ins Geld gehen. Eine Simulation zeigt, dass ein vollständig gefülltes WM-Album durchschnittlich rund 1.568 Euro und etwa 7.316 Sticker erfordert. Weil sich doppelte Bilder rasch anhäufen, können die Kosten sogar die 2.000-Euro-Marke überschreiten. Wer günstiger davonkommen will, ist auf Tauschbörsen angewiesen. Für den Stickerhersteller bleibt die Sammelleidenschaft am Ende dennoch ein lukratives Geschäft.

Die Organisation Foodwatch Österreich macht nun auf einen weiteren Aspekt aufmerksam. „Unter den Etiketten der 0,5-Liter- und 1,5-Liter-PET-Aktionsflaschen von Coca-Cola und Coca-Cola Zero Sugar verbergen sich exklusive Panini-Sticker mit internationalen Fußballstars wie Harry Kane und Lamine Yamal. Wer das offizielle FIFA-WM-Sammelalbum vervollständigen will, braucht genau diese Sticker – und erhält sie ausschließlich über den Kauf der Coca-Cola-Produkte“, kritisiert die Organisation in einer Aussendung.

So sei der vermeintlich harmlose Fußballspaß tatsächlich ein gezieltes Marketing, das Kinder und Jugendliche emotional an Softdrinks binden soll. Die Organisation hat deshalb beim Österreichischen Werberat Beschwerde gegen die Kampagne eingereicht.

 „Solange Konzerne Kinder mit Fußballidolen, Sammelstickern und Gewinnspielen zu Softdrinks locken dürfen, ist Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung nicht mehr als ein leeres Versprechen“, warnt Miriam Maurer von Foodwatch Österreich.

Experten raten Eltern übrigens, das Thema Sammelalbum nicht vorschnell zu verteufeln, sondern mit Verständnis zu reagieren. Hinter der Begeisterung stehe oft der Wunsch nach Zugehörigkeit – und den gelte es ernst zu nehmen. Kinder möchten mitreden, dazugehören und von Gleichaltrigen anerkannt werden. Gerade in einem Alter, in dem Freundschaften zunehmend an Bedeutung gewinnen, sei dieser Wunsch besonders ausgeprägt.

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Für Mütter und Väter kann das Panini-Fieber daher auch eine Gelegenheit sein, mit ihren Kindern über Gruppendruck, Konsum und Anerkennung zu sprechen. Verständnis bedeutet jedoch nicht, jeden Wunsch uneingeschränkt zu erfüllen. Sinnvoll kann es sein, von Beginn an klare Grenzen zu setzen – etwa beim Budget, bei der Anzahl der Sticker oder bei der Frage, wann etwas gekauft wird.

Dass nicht jedes Album vollständig sein muss, gehört dabei ebenso zu den Erfahrungen des Aufwachsens wie die Erkenntnis, dass Eltern nicht jeden Trend mitmachen müssen.

 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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