Fußball-WM gegen die Langeweile auf den endlosen Straßen beim RAAM

Sport

Auf den langen Geraden ist es besonders wichtig, dass Philipp Kaider nicht langweilig wird. Über Funk lässt er sich etwa die neuesten Nachrichten von der Fußball-WM durchsagen. Sonst bekommt er im Sattel seines Zeitfahrrades nicht viel mit von der größten Sportveranstaltung auf dem Kontinent.

Philipp Kaider hat die Hälfte der 4.900 Kilometer absolviert und erreicht bald Missouri, wo seine kickenden Landsleute in der Nacht auf kommenden Sonntag das letzte Gruppenspiel gegen Algerien absolvieren werden. Dann wird Kaider längst im Ziel sein. Wenn er so weiter pedaliert, wird er Race Across America, das Extremrennen von der West- zur Ostküste, wie im Vorjahr gewinnen.

„Eigentlich bin ich ja da, um ein Rennen zu fahren, aber wenn man neun Tage durchgehend am Rad sitzt, bleibt natürlich auch dafür Zeit“, lässt der 40-Jährige auf KURIER-Anfrage wissen. Was er über Österreichs Chancen gegen Argentinien denkt? „Wir werden Argentinien bestimmt fordern. Ich glaube, dass ein X drinnen ist oder wir einen Überraschungssieg schaffen.“

Kulinarisch gewinnt bei Kaider Österreich eindeutig. „Argentinien mit den vielen Fleischspeisen kann sich bei mir nicht durchsetzen.“ Magenprobleme bei solchen Belastungen sind keine Seltenheit. Daher hat er mit seinem Ernährungsberater das Produkt „No Carbs, No Glory!“ auf den Markt gebracht, jetzt hilft es ihm selbst. Auch Kaffee-Entzug gehörte zur Vorbereitung, damit das Koffein jetzt noch besser wirkt. Denn im Rennen braucht Kaider den Effekt dringender. Nur alle 24 Stunden macht er für 80 Minuten eine Schlafpause. Das reiche, um Halluzinationen zu vermeiden.

Neben-Beschäftigung

Wie er mit der Müdigkeit umgeht? „Ich habe gelernt, gleich zu reagieren. Ich nehme Koffein zu mir oder versuche selbst aktiv zu werden, sprich, mir eine Beschäftigung zu suchen, was schwierig, aber nachhaltiger ist.“ Kaider und sein Team sind besonders bei längeren Abfahrten gefordert. Denn, wenn er nicht in die Pedale tritt, dann rasselt der Kreislauf in den Keller und es kann gefährlich werden.

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In den Griff bekam der 40-jährige Niederösterreicher die Probleme mit dem Nacken. Im Vorjahr musste er zu diesem Zeitpunkt schon vom Zeitfahrrad umsteigen. „Generell habe ich aber an der Position auf meinem Scott Plasma gearbeitet. Da haben wir sehr viel herumgebastelt. Jetzt sitze ich gut und entspannt oben und kann andererseits auch schnell Radfahren.“

Das tut er. Sein Schnitt in den ersten 2.500 Kilometern: knapp 30 km/h.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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