
Nicht nur schön wohnen zu wollen, sondern eine Einrichtung zu finden, die zu einem passt, ist oft gar nicht so einfach. In dieser Situation lassen sich viele Menschen von Hochglanzkatalogen beeinflussen. „Der Möbelkatalog ist für alle gemacht, wir wollen aber individuell leben“, bringt es die Wiener Interior-Designerin Nina Hausott-Eppinger auf den Punkt. Oft sei es eine Überwindung, die Räume nicht für Besucher zu gestalten, sondern nach den eigenen Bedürfnissen.
„Es geht darum, wie sich der Kunde fühlen möchte, was die Räume emotional bieten sollen.“ Einen Rückzugsort, Sicherheit, einen Ort, der einen zur Ruhe kommen lässt. „Etwa, wenn ich gerne eine blaue Couch haben will, weil sie mich an den Urlaub in Griechenland erinnert.“
Ihre Herangehensweise beschreibt die Interior-Designerin so: „Ich muss mich in Kunden hineinspüren durch längere Kennenlernphasen. Wir gehen gemeinsam etwas essen oder trinken. Bei der gemeinsamen Begehung des Objekts wird klar: das funktioniert – und das funktioniert nicht – etwa wenn das Sofa nicht glücklich macht.“ Oft gehe es dabei nicht um das einzelne Möbelstück, „sondern der Teppich muss mit dem Vorhang sprechen“, wie Hausott-Eppinger es formuliert. Man sollte das große Ganze im Auge haben – oder auch nicht, denn manchmal gehe es darum, die Harmonie zu brechen.
Beim Erarbeiten der Raumgestaltung sei nicht immer alles gleich von Beginn an klar. „Kunden müssen auch Muster angreifen oder barfuß am Teppich stehen“, nennt die Interior-Designerin Beispiele, die bei Entscheidungen für Materialien helfen können. Grundsätzlich mache es Sinn, in die Grundausstattung zu investieren, etwa in Bodenbeläge und das Badezimmer. Die Möblierung hingegen könne auch später gegen eine hochwertigere ausgetauscht werden.
Mut zur farbenfrohen Ausstattung
Wie gelingt es, starke Farben schmackhaft zu machen? „Beim Thema Farbe muss man beim Kennenlernen schauen, ob es passt. Viele Kunden werden mit der Zeit mutiger“, so die Expertin. Das könne man von der Mode ableiten: Jemand, der gerne Grau oder Beige trägt, sollte stattdessen Muster und Materialien mixen, um so für Abwechslung zu sorgen. Je mehr Farben kombiniert werden, desto eher müsse man Muster einholen, damit diese harmonieren. „Der Knopf vom Pouf muss zu jenem vom Polster passen.“
Die Interior-Designern arbeitet mit unterschiedlichen Bezugsquellen. „Für ein spezielles Stück habe ich viele Händler in Wien, die ich anfragen kann. Ich besuche auch viele Messen, ein Fixstarter ist der Salone in Mailand. Ich habe immer eine Liste für die aktuellen Projekte dabei.“ Und sie fotografiere alles, was sie einmal brauchen könnte. „Da kann ich auch vier Jahre zurückschauen für das Stück eines griechischen Händlers“, nennt sie ein Beispiel. Sie denke in Bildern.
Oberflächen, die zu Bewohnern passen
Gleichzeitig hat sie viele Stoffe, Muster, Fliesen und Hölzer vorrätig. Für die passende Auswahl kommt es darauf an, wie der jeweilige Kunde auf Oberflächen aufpasst. Muss ein Stoff regelmäßig waschbar sein, dann müsse das Material anders beschaffen sein. „Die Oberflächenbeschaffenheit muss meinem Alltag entsprechen“, betont die Expertin. Ein Waschtisch aus geöltem Holz sei für Personen, die gut darauf aufpassen. Für Haushalte mit Kindern gibt es weniger empfindliche Varianten, dünn lackiertes Holz oder eine Steinplatte.
Auch daran, wie man in einem Raum Ordnung halten kann, sollte man bereits bei der …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



