Ukraine setzt Lager von russischem Versandhändler in Brand: zwei Tote

Politik

Bei neuen ukrainischen Drohnenangriffen auf Zentren des größten russischen Online-Versandhändlers und auf ein Öllager sind laut Behörden zwei Menschen getötet und mindestens 14 weitere verletzt worden. Getroffen worden seien Logistikzentren in Krasnodar und Newinnomyssk im Süden Russlands, teilte die Gründerin der Firma Wildberries, Tatjana Kim, bei Telegram am Mittwoch mit. In sozialen Netzwerken kursierten nicht überprüfte Aufnahmen, die die Großbrände zeigen sollen.

Der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, berichtete von einer Toten nach dem Angriff auf das Wildberries-Zentrum. Er teilte auch mit, dass in Armawir bei einem Angriff auf ein Öldepot ein Mensch getötet worden sei. Zudem seien neun Menschen verletzt worden beim Angriff auf das Wildberries-Lager von Krasnodar, hieß es. Zuvor war von zehn Verletzten die Rede gewesen, eine Verletzte starb im Krankenhaus.

Der Gouverneur der Region Stawropol, Wladimir Wladimirow, sprach von fünf Verletzten bei dem Brand in Newinnomyssk. Die Zeitung „Kommersant“ berichtete auf Grundlage von Expertenschätzungen, dass etwa sieben Prozent der Wildberries-Lagerkapazitäten nicht mehr nutzbar seien. Kremlchef Wladimir Putin zeigte sich bei einer Sitzung gelassen und bezeichnete die wirtschaftliche Lage im Land ungeachtet der ukrainischen Angriffe als stabil.

Acht Menschen starben bereits

In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine auch Wildberries-Logistikzentren im Moskauer Gebiet und in der Region Tambowsk in Brand gesetzt. Dabei starben insgesamt acht Menschen, Dutzende wurden verletzt. Russische Ermittler warfen der Ukraine vor, mit Terroranschlägen zivile Objekte unter Beschuss zu nehmen. Auch Russland hatte Logistikzentren in der Ukraine angegriffen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Dienstag – erst Tage nach den tödlichen Angriffen -, dass die Lage nicht einfach sei für den Versandhändler und seine Kunden. Viele kleine und mittelständische Betriebe nutzen die Logistikzentren als Depots für ihre Waren und zahlen dafür Miete an Wildberries, etliche von ihnen sehen nun ihre Existenz bedroht.

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Selenskij verteidigt Ziele: Sanktionsgüter seien dort gelagert

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hatte die Angriffe verteidigt – als Ziele in Kiews Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg. Selenskyj behauptete, dass dort mit Sanktionen des Westens belegte Güter gelagert seien, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden könnten. Russische Kommentatoren meinten, dass die Ukraine so vor allem versuche, Widerstand in der Gesellschaft gegen den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin zu schüren. Selenskij fügte hinzu, die Ukraine habe auch einen Tanker und vier Frachtschiffe im Schwarzen und im Asowschen Meer angegriffen. „Wir bringen den Krieg – völlig zu Recht – nach Hause“, fuhr Selenskij fort.

Kremlsprecher Peskow wies zurück, dass Wildberries-Lager zur Versorgung des russischen Militärs genutzt würden. „Das Kiewer Regime setzt seine Schläge gegen zivile Objekte fort, darin liegt der Terrorcharakter des Kiewer Regimes“, sagte er. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen Moskaus Angriffskrieg – auch mit Drohnenangriffen auf russische Ziele.

Onlinehandel immer beliebter in Russland

Wildberries begann als Online-Shop, der Bekleidung aus europäischen Katalogen weiterverkaufte. Seitdem hat die Firma ihr Sortiment erweitert und sich zu einem Marktplatz entwickelt, auf dem auch Drittanbieter vertreten sind. Das Unternehmen, das mittlerweile einer der größten Arbeitgeber Russlands ist und häufig als russisches Pendant zu Amazon bezeichnet wird, hat sich bisher nicht zur Höhe des durch die Angriffe entstandenen Schadens …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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