
Die Fußball-WM hat nach dem Juni auch dem Juli ihren Stempel aufgedrückt – zumindest mit Blick auf die TV-Quoten für die größten österreichischen Sender. So profitierten ORF 1 und ServusTV beide stark von der Übertragung der K.o-Phase in Übersee. Die Teletestdaten zeigen, dass ORF 1 4,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresmonat auf 13 Prozent Marktanteil zulegte – ein Topwert seit 2018. ServusTV steigerte sich um 3,8 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent Marktanteil.
In der Kernzielgruppe (12- bis 49-Jährige) fiel der Zuwachs für die beiden Sender noch kräftiger aus. ORF 1 (16,1 Prozent) legte 7 Prozentpunkte zu, ServusTV (10,4 Prozent) steigerte sich um 6 Prozentpunkte.
Reichweiten-Highlights der Fußball-WM waren die Sechzehntelfinal-Partie zwischen Österreich und Spanien, die bei ServusTV im Schnitt 2,25 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten, und das Finale zwischen Spanien und Argentinien, das auf 2,27 Mio. Zuseherinnen und Zuseher in der 1. Halbzeit auf ORF 1 kam.
Kaum jemand kam um Fußball-WM herum
Generell war die WM ein Ereignis, um das kaum jemand in der Bevölkerung herum kam. Der ORF erreichte mit seiner Berichterstattung zum Großereignis 6,6 Mio. Menschen zumindest kurz und damit 87 Prozent der heimischen TV-Bevölkerung ab 12 Jahren. Wenig verwundern mag angesichts dessen, dass die öffentlich-rechtliche Sendergruppe in Summe 2,1 Prozentpunkte auf 34,6 Prozent Marktanteil zulegen konnte – der höchste Juli-Wert seit fünf Jahren, merkte der ORF in einer Aussendung an.
ORF 2 büßte dennoch 2,1 Prozentpunkte ein und landete bei 18,8 Prozent Marktanteil. Damit stand der Sender aber weiterhin an der Spitze und konnte auf Dauerbrenner wie die Kuppelsendung „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ (rund 800.000 Zuseher) und die Serie „Himmel, Herrgott, Sakrament“ (jeweils rund 650.000 Zuseher bei Folge 1 und 2) verweisen.
Bei ServusTV, dem stärksten unter den österreichischen Privatsendern, sorgten abseits der Fußball-WM weitere Sport-Events wie der Formel 1-GP in Belgien (42,7 Prozent Marktanteil) oder die Tour de France für überdurchschnittliches Interesse. Auch die „Bergwelten“-Folge „Laura Dahlmeier … ein Schritt zu weit“, die dem tragischen Tod der deutschen Spitzensportlerin nachspürt, stieß auf reges Interesse.
Minus für ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe
Die vier Österreich-Sender der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe (Puls 4, ATV, ATV2, Puls 24) kamen gesammelt auf 6,4 Prozent Marktanteil und verzeichneten damit um 0,4 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. In der Kernzielgruppe verlor die Privatsendergruppe 1,9 Prozentpunkte und landete bei 9,4 Prozent Marktanteil.
Stärkster unter den Sendern war Puls 4 mit 4,5 Prozent Marktanteil bei den 12- bis 49-Jährigen. Überdurchschnittliche Marktanteile erzielte der Privatsender etwa mit Fußball-Übertragungen vom ÖFB-Cup (7,3 Prozent) und einem Qualifikationsspiel von Austria Wien für die Europa Conference League (15,5 Prozent).
Auch die Familien-Dokuserie „Team Arnautovic“ rund um Profi-Kicker Marko Arnautovic punktete beim Sender. Sie erreichte bisher inkl. der Streamingplattform Joyn nahezu eine Million Seherinnen und Seher zumindest kurz. Die zweite Hälfte der Serie wird im Herbst ausgestrahlt. Stabil blieben die Werte für den Nachrichtensender Puls 24 in beiden Zielgruppen (0,6 bzw. 0,7 Prozent Marktanteil).
Ruhig verlief der Juli auch für oe24.tv. Der Sender der oe24 Media Group hielt bei stabilen 1,1 Prozent Marktanteil. In der Kernzielgruppe verbuchte der Sender 1,3 Prozent Marktanteil (-0,3 Prozentpunkte).
Source:: Kurier.at – Kultur



