Stromkrise wegen Hitzewelle: Ford und Dacia stoppen Produktion

Wirtschaft

Wegen eines drohenden Stromengpasses haben die Autobauer Dacia und Ford ihre Produktion in Rumänien laut Ministerpräsident Ilie Bolojan vorübergehend eingestellt. Die Werke stünden bis zum 19. August still, sagte der Regierungschef am Montag in Bukarest. Die Unternehmen seien damit einem Aufruf der Regierung gefolgt, den Energieverbrauch freiwillig zu senken.

Stromkrise sorgt für Produktionsstopp

Durch den Produktionsstopp des US-Konzerns Ford und der Renault-Tochter Dacia sei der landesweite Strombedarf am Montag bereits um 200 Megawatt gesunken. Bolojan fügte hinzu, dass weitere Firmen diesem Beispiel folgten und ihren Verbrauch ebenfalls drosseln würden.

Auslöser der Stromkrise in Rumänien sind eine Hitzewelle und eine anhaltende Dürre, die zu extrem niedrigen Wasserständen vor allem der Donau geführt haben. Infolgedessen musste das Land seine Stromproduktion drastisch drosseln. Unter anderem schaltete der Energiekonzern Nuclearelectrica einen der beiden Reaktoren seines Atomkraftwerks ab, weil nicht mehr genug Wasser für die Kühlung durch die Donau fließt. Nuclearelectrica produziert sonst rund ein Fünftel des nationalen Stromverbrauchs. Das Land müsse aktuell täglich zwischen 2.000 und 2.500 Megawatt Strom einführen, erklärte Bolojan. Da die Importkapazitäten begrenzt seien, erneuerte der Ministerpräsident seinen Appell an Unternehmen, private Haushalte und staatliche Institutionen, den Stromverbrauch weiterhin freiwillig zu reduzieren.

Ungarn: Atomkraftwerk kurz vor Abschaltung

Auch im Nachbarland Ungarn ist die Lage angespannt. Das einzige Atomkraftwerk des Landes, Paks, steht wegen des historischen Niedrigwassers der Donau kurz vor der kompletten Abschaltung. Die Anlage, die normalerweise etwa die Hälfte des ungarischen Stroms liefert, läuft derzeit nur noch mit gut zehn Prozent ihrer Kapazität von zwei Gigawatt. Die letzte verbliebene Turbine könne möglicherweise noch bis Dienstag in Betrieb bleiben, sagte Ungarns Ministerpräsident Peter Magyar. Wie in Rumänien folgten auch in Ungarn Haushalte und Unternehmen einem Aufruf der Regierung zum Energiesparen. So kündigte etwa der Pharmakonzern Richter an, seinen Strombedarf in den kommenden drei Wochen um mehr als die Hälfte zu drosseln.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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