Paketabgaben bremsen Wachstum der Post

Wirtschaft

In der Türkei musste die Post die Erfahrung bereits machen. Die Abschaffung der Zollfreigrenze für Pakete aus Asien hat dem Geschäft der türkischen Posttochter Aras Cargo einen deutlichen Dämpfer verpasst. Kurzfristig seien die Pakete aus Asien fast zum Erliegen gekommen, sagte Post-Chef Walter Oblin bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses des teilstaatlichen Unternehmens. Im ersten Halbjahr wuchs das Paketgeschäft in der Türkei nur mehr um ein mageres Prozent. „Das ist ein Vorgeschmack, wie rasch und massiv sich Änderungen beim Zoll auswirken können“, resümierte der Post-Chef, dessen Vertrag vom Aufsichtsrat um weitere zwei Jahre verlängert wurde.

Bereits Anfang Juli habe man wegen der EU-Paketabgabe einen relativ starken Rückgang bei Paketen aus Asien gesehen, sagte Oblin. Das habe sich zwar mittlerweile etwas gelegt, im zweiten Halbjahr dürften die neuen Abgaben aber deutliche Spuren hinterlassen.

Denn seit 

1. Juli werden in der EU 3 Euro für Pakete aus Nicht-EU-Ländern fällig. 
Ab Oktober werden für Pakete in Österreich, die über große Plattformen versendet werden, 2,40 Euro pro Paket verrechnet. 
Ab 1. November kommen 2 Euro Bearbeitungsgebühr für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern dazu. 

Wuchsen die Paketmengen in Österreich in den ersten sechs Monaten noch um 9 Prozent, so geht Oblin im zweiten Halbjahr von nur noch 2 bis 3 Prozent Wachstum aus. Im ersten Halbjahr war das heimische Paketgeschäft immerhin für 36 Prozent des Gesamtumsatzes von 1,544 Mrd. Euro verantwortlich. 

Gewinn um zwei Drittel eingebrochen

Das operative Ergebnis sank von Jänner bis Juni um 22 Prozent auf 73,3 Mio. Euro. Der Periodengewinn ging unter dem Strich sogar um 66,7 Prozent auf 22,8 Mio. Euro zurück. Dafür seien auch Sondereffekte im Zusammenhang mit einer Verkaufsoption für eine Minderheitsgesellschaft verantwortlich, sagte Oblin.

  Gewalt am Arbeitsplatz nimmt stark zu

Neben den regulatorischen Maßnahmen in der Türkei und dem starken Wettbewerb in den Auslandsmärkten trugen auch deutliche Rückgänge im Brief- und Werbepostgeschäft in Österreich zum deutlich verringerten Betriebsergebnis bei. Die haben sich seit Anfang des Jahres beschleunigt: „Staat und Unternehmen sparen und stellen auf digitale Kommunikation um“, sagte Oblin. Beim Briefvolumen bedeutet das ein Minus von 9 Prozent, bei der Werbepost sieht es mit minus 8 Prozent kaum besser aus. 

Fünfstellige Kundenzahl bei Mobilfunkmarke Yelllow 

Weit erfreulicher entwickelte sich die Anfang April gestartete Mobilfunkmarke Yelllow. Die konnte seither laut Oblin eine „deutlich fünfstellige Zahl“ an Kunden gewinnen. Hochlaufkosten und der Entfall von Vergütungen aus dem Telekomgeschäft in der Vergangenheit haben das Ergebnis der Post aber gedrückt. 

Auch mit der Entwicklung der Bank99, die mittlerweile mehr als 300.000 Kunden zählt, zeigte sich Oblin zufrieden. Zuletzt baute die Bank der Post ihr Veranlagungsangebot um Aktien und ETFs aus. 

Investitionen und Übernahmen 

Heuer will man rund 150 Mio. Euro u.a. in die Erweiterung der Logistikstandorte investieren. International will man weiter wachsen. Zuletzt wurde der serbische Paketdienstleister D Express übernommen und die Marktposition in dem Land deutlich verbessert. In Bulgarien beteiligte man sich am E-Commerce-Dienstleister EUshipments, der kleinen und mittleren Unternehmen beim internationalen Vertrieb zur Hand geht. 

Ausblick

Im Gesamtjahr geht die Post von einem leichten Umsatzanstieg (2025: 3,04 Mrd. Euro) und einem operativen Ergebnis in der Bandbreite der Vorjahre aus. Im vergangenen Geschäftsjahr lag das Betriebsergebnis knapp unter 197 Mio. Euro. 

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.