Eine große Street-Dance-Tanzparty zum Finale von ImPulsTanz

Kultur

Von Silvia Kargl

Mit „Underflow“ von Amala Dianor geht ImPulsTanz im Volkstheater mit einem furiosen Finale ins letzte Wochenende. Der frühere HipHop-Tänzer Dianor versammelt die Besten aus verschiedenen Strömungen des Street-Dance zu einer fulminanten Show, die maßgeblich auch vom Live-Sound des Elektro-Soul-Komponisten Awir Leon geprägt wird. Das Publikum ist so begeistert, dass es sich am Ende der einstündigen Performance von den Sitzen reißen lässt. Das Volkstheater verwandelt sich für einige Minuten in eine einzige Party-Location.

Dianor vereinigt auf der Bühne zeitgenössischen Tanz, der in Randbezirken des öffentlichen Raums entsteht. Oft in Reaktion auf schwierige soziale Lebensumstände in New York und Los Angeles entwickelt, ist der Street-Dance eine laute und virtuose Körpersprache von Außenseitern geworden. HipHop und Breakdance sind eine Basis, aus der neue Formen des Tanzes hervorgehen.

Zweikämpfe

Die so aufeinandertreffenden Tänzer stehen sich damit auch in einem Konkurrenzverhältnis gegenüber. Tänzerinnen sind in der Minderzahl. House-Dance, in Clubs entstanden und bekannt für Groove und atemberaubend schnelles Footwork, trifft auf Waacking mit exzessiven Armbewegungen, Posen und Gesten. Krump wird in Battles als Wettkampf zwischen zwei und mehr Akteuren ausgetragen.

So freundlich wie in der Bühnenfassung geht es dabei in der Wirklichkeit nicht immer zu. Diese Tanzsprache ist bei Dianor von einer unfassbaren Dynamik und Präzision geprägt. Er führt nach charakteristischen Soli und Zweikämpfen auch das gesamte Ensemble zusammen. Die elf Tänzerinnen und Tänzer wachsen trotz ihrer individuellen Stile zu einer synchron agierenden Gemeinschaft.

Körper im Widerstand

Zuvor zeigte Liquid Loft/Chris Haring eine Spin-Off Version von „HOLD&RESIST“ im mumok, ein dichtes Tanz-Quintett mit extremen Körperbalancen, auf eine andere Art auch virtuos getanzt. Haring zeigt die Körper im langen Verbleiben in Positionen, im Aushalten technisch fast unmöglich scheinender Posen bis zum aus dem Gleichgewicht geraten.

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Manchmal unterstützen die Tänzerinnen und Tänzer einander, manchmal sind sie in extremen Situationen allein gelassen. Umso stärker wirkt die Kraft des Zusammenhaltens innerhalb einer Gemeinschaft. So bestehen sie auch gegen Widerstände. Immer wieder blicken die Tänzerinnen und Tänzer aufeinander, lassen sich zum Weitermachen und Weiterhalten der Balancen ermuntern.

Ein Konflikt entsteht zwischen dem Willen des Einzelnen und den anatomischen wie technischen Möglichkeiten, die der Körper zulässt. Haring ist eine sehr konzentrierte und ausdrucksstarke Choreografie zum Sound von Andreas Berger gelungen.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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