Toni Mörwald: „Engagiert, trotz vieler Widerstände“

Wirtschaft

Für Toni Mörwald ist Feuersbrunn in „Zentralniederösterreich“. Dort, in Grafenegg und Wien sind seine Betriebe. Dass es immer wieder Neues gibt, gehört bei den Mörwalds dazu. Aktuell sind es Lodges in der Kellergasse.

KURIER: Wird die Hitze den Tourismus in Österreich verändern?

Toni Mörwald: Ich bleibe hier positiv. Österreich mit der großen Vielfalt – Täler, Berge, Seen, Städte – schafft für den Tourismus viel Breite mit vielen kleinen Einheiten. Das ist unsere Stärke. Wir können noch mehr rausholen, haben unglaublich viele Möglichkeiten, die nicht entwickelt sind.

Tangiert die Hitze Ihr Geschäft?

Aktuell nicht. Wir bieten unseren Gästen Lebensfreude, auch wenn es heiß ist. Aber das bringt uns gleich auf den Punkt: Jammern bringt uns nicht vorwärts. Leistung bringt Erfolg, das müssen wir wieder lernen. Ohne Einsatz und ohne Leistung geht es nicht.

Nächstes Jahr feiern Sie 40 Jahre Unternehmertum. Was war Ihre Leistung?

Vor 40 Jahren in Feuersbrunn gab es nur landwirtschaftliche Mischbetriebe, Tourismus gab es keinen. Heute haben wir einen Ganzjahresbetrieb geschaffen, mit in Summe 250 Betten in Feuersbrunn und Grafenegg, 100 fixen Mitarbeitern und 50.000 Nächtigungen. Wir haben uns engagiert, eingesetzt, umgesetzt – gegen viele Widerstände und Aufstände.

Wieso haben Sie von Anfang an das Potenzial in Feuersbrunn gesehen?

Ich wollte immer Landwirt werden, wie mein Vater. 1971 haben wir ein Gasthaus bekommen, obwohl wir keines wollten. Ich habe damit erlebt, wie schön es sein kann, Gastgeber zu sein. Es hat mich begeistert, dass was dabei rauskommt, wenn man was unternimmt. Ich sage immer: Ohne Leistung keine Fortbewegung auch auch kein Wohlstand. Wir erfinden uns jeden Tag neu, sodass die Kunden auch gerne bei uns teilnehmen.

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Zu den Neuerfindungen gehören auch die Lodges am Weinberg, die im Herbst eröffnen.

Damit nützen wir bestehende Strukturen, die nicht mehr benötigt werden. Die vielen Kellergassen haben die Weinaufbereitung als Nutzungskonzept – die meisten Winzer machen das aber in modernen Betriebsstätten. Die alten Presshäuser stehen leer. Wir haben über fünf Jahre gebraucht, um die Kellergassenverordnung zu durchbrechen und Bauen im Grünland für touristische Nutzung möglich zu machen. Wir haben vier Lodges errichtet.

Sie schaffen es in Feuersbrunn, 365 Tage zu bespielen. Wie geht das?

Es war unser Ziel, das zu schaffen. Die Organisation ist so angelegt, dass sich das ausgeht – 18 Stunden pro Tag. Wir überlegen uns Events, machen Kochkurse, Weinverkostungen – dann kommen auch die Gäste.

Unternehmertum ist in Österreich gekoppelt an: Bürokratie, Neid, Missgunst. Wie sehen Sie das?

Ich war diese Woche auf der Bezirkshauptmannschaft wegen eines Bauprojekts. Ich muss zu solchen Terminen mittlerweile fachliche Begleitung mitnehmen, weil ich das zum Teil gar nicht mehr verstehe. Die Komplexität ist bemerkenswert. Auch, weil das in den vergangenen 40 Jahren meiner Unternehmertätigkeit so überbordend geworden ist. Für Sicherheit und Brandschutz und Umwelt verstehe ich die Auflagen – aber ich glaube, 50 Prozent aller Verordnungen kann man auslöschen, ohne dass irgendwas passiert. Jede Verordnung kostet immens viel Geld, weil sie nicht nur das Unternehmertum behindert, sondern auch verwaltet und exekutiert werden müssen. 50 Prozent müssten weg – das sollte der CEO von Österreich seinen Leuten auftragen. Es würde das Leben leichter und freier machen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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