
Der Mut von Johannes Hoff Thorup, zu einem wichtigen Europacup-Spiel zu reisen, um dann in Estland eine bessere B-Elf aufzustellen, hat sich gelohnt: Der Rapid-Trainer sah gegen Paide 70 Minuten viel, aber nicht zwingenden Ballbesitz, ehe die starken Joker das Hinspiel in den 4:1-Sieg verwandelten.
„Wir haben Paide mit dem vielen Ballbesitz davor zerstört und gewusst, dass richtig viel Qualität von der Bank nachkommt. Alles, was das Trainerteam vorhatte, ist aufgegangen“, zeigt sich Sportdirektor Markus Katzer zufrieden.
Die Rapidler konnten deswegen bereits bei der nächtlichen Rückreise für das Play-off um die Ligaphase der Conference League gegen die Hearts (1:6 gegen Benfica in der Quali zur Europa League) planen und an einer möglichst frischen Startelf für das Sonntagsspiel in Ried basteln.
Denn Hoff Thorup weiß, dass nach fünf Siegen zum Start die härteste Aufgabe wartet.
Katastrophen-Bilanz in Ried
Nicht nur wegen der beiden Niederlagen mit dem Dänen auf der Trainerbank ist die Bilanz von Rapid in Ried katastrophal: Von den jüngsten neun Pflichtspielen gingen sieben verloren.
„In Ried ist es immer schwer, aber dieses Mal ist es auch schwer, sie exakt einzuschätzen“, meint Katzer mit Blick auf den Umbruch: „Viele Qualitätsspieler weg, aber auch gute Neue geholt.“ Dazu kam mit Trainer Despotovic ein Senft-Nachfolger, der wesentlich stärker auf Ballbesitz setzt.
Sicher nicht abgehen wird den Hütteldorfern die Einwurf-Variante „Maart weit auf Havenaars Kopf“. Diese ist Geschichte, weil das Kopfballungeheuer nach Belgien verkauft wurde und die neue Zeitregel die lange Vorbereitung bis zum einstudierten Wurf nicht mehr ermöglicht.
Halbe Mannschaft vor Tausch
Bei Rapid wird wieder massiv rotiert werden: Die Stammspieler Schöller, Horn, Dahl und Yusuf Demir rücken ausgeruht in die Startelf. Vielleicht auch Bajlicz sowie Kara.
Und Romeo Amane? Katzer: „Wir wollten gegen Paide nichts riskieren nach seinen Knöchelproblemen. Auch wenn die Transfergespräche laufen, rechne ich Stand jetzt mit Romeo in der Startelf.“
Mit dem Sangare-Berater
Einer der Aufsteiger des Sommers ist Moulaye Haidara mit vier Toren in nur 196 Spielminuten. So wie von Hoff Thorup bereits im Frühjahr angekündigt, sprintet und schießt sich der vor einem Jahr um eine nur fünfstellige Euro-Ablöse gekommene Flügel gerade Richtung Stammpersonal.
Der Vertrag mit dem 20-Jährigen läuft bis 2027, die Option auf ein weiteres Jahr wird natürlich gezogen. Katzer hat beim Berater des Maliers – es ist jener von Mamadou Sangare – außerdem deponiert, dass eine langfristige Verlängerung mit einer Gehaltssteigerung erwünscht sei.
Zur Erinnerung: Sangare und sein Berater halfen nach einem Tipp von Katzer mit, dass Rapid 2025 die Rückkaufklausel von Salzburg umgehen konnte. Durch den Weiterverkauf des Maliers an Brentford landen nun noch einmal 5,2 Millionen Euro extra in Hütteldorf.
Katzer erklärt im KURIER-Gespräch: „So wie bei Sangare sind alle Beteiligten überzeugt, dass Rapid für Haidara der richtige Verein ist, um sich in Ruhe weiterzuentwickeln. Um dann vielleicht einmal in eine große Liga zu wechseln.“
Source:: Kurier.at – Sport



