Ehe-Aus ohne Scheidung: Was steckt dahinter?

Wirtschaft

Die Trennung ohne Scheidung ist ein Trend. Es entspricht dem Zeitgeist, sich nicht festzulegen, lieber wage als fixiert, lieber ungefähr als genau, lieber schwebend als Konsequenzen tragend. Das betrifft viele Bereiche des beruflichen und gesellschaftlichen Lebens – und eben auch den höchstpersönlichen Bereich der Ehe. Manchmal ist die Trennung ohne Scheidung eine offene Tür für mögliche Rückkehrszenarien, manchmal nur Bequemlichkeit. Oft ist es die Angst vor der kaum wiederrufbaren Entscheidung, die eine Neuausrichtung des Lebens bedeutet. Und fast immer ist es die Furcht vor dem ultimativen Kassasturz.

Eine Scheidung ist nicht nur die Bankrotterklärung der Ehe, sondern eben auch eine Abrechnung der finanziellen Gegebenheiten. Es muss bewertet, aufgeteilt und zugewiesen werden. Das ist ein schonungsloser Aufwand und eine finanzielle Zäsur. Vermögenswerte, die als Sicherheit geplant waren – Immobilien, Aktiendepots, Versicherungen oder Kunstwerke – sind am Tag X Objekte der Teilung. Aber weil nicht alles teilbar ist, muss es oft zur Verwertung oder Ausgleichszahlung kommen. Ein Quell endloser Streitigkeiten.

Letztlich ist es eine Abwägung, ob man in der Scheinwelt bleibt oder den ultimativen Realitätscheck durchlebt. Nur Letzteres kann aber Ausgangspunkt für einen echten, glaubwürdigen Neuanfang sein.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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