
So gut es bei der Austria im Cup und auf internationaler Ebene läuft – in der Liga läuft es noch gar nicht. Der Fehlstart ist mit dem 0:2 gegen den LASK perfekt, die Veilchen liegen mit null Punkten und einem Torverhältnis von 0:5 am Tabellenende. Da ist Feuer am Dach, sollte man meinen. Doch in Favoriten bleibt man ruhig, von Alarmstufe Rot ist man bei Violett (noch) weit entfernt.
„Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt, das ist kein Geheimnis“, gibt Verteidiger Johannes Handl zu. Von Panik ist keine Spur. „Wir wissen, dass das Glück auch wieder auf unsere Seite fallen wird, wenn wir weiter alles geben. Wenn wir unsere Arbeit machen, werden wir belohnt, die Punkte werden kommen.“ Es sind keine Floskeln, Handl ist davon überzeugt.
VAR-Ärger
Das angesprochene Glück fehlte gegen den LASK tatsächlich. Gerade die Aberkennung des frühen, vermeintlichen 1:0, vor dem Assistgeber Lee Tae-Seok bei einer Millimeterentscheidung des VAR im Abseits gestanden sein soll (12.), sorgte für Unmut. „Diese Linie, kalibriert hin oder her, das ist schwer zu akzeptieren“, stellte Trainer Stephan Helm klar. Ausreden suchte er aber keine. „Natürlich will man so schnell wie möglich anschreiben, das ist uns nicht gelungen. Bei der Leistung war aber auch viel Positives dabei.“
Das sieht auch Routinier Reinhold Ranftl so. „Null Punkte, das ist zu wenig für unsere Ansprüche. Aber die Leistung war nicht schlecht, darauf können wir aufbauen.“ Der letzte Platz raubt auch ihm nicht den Schlaf: „Man darf nicht zu früh auf die Tabelle schauen. Wir haben immer unsere Probleme zu Saisonstart.“ Die Leistung gegen den WAC sei „grottenschlecht“ gewesen, gegen den LASK hingegen viel besser. „Das lasse ich mir sicher nicht schlechtreden. Davon können wir uns zwar nichts kaufen, aber es gibt Selbstvertrauen.“
Der Austria-Weg
Wie aber kann man aus einer 0:2-Niederlage Selbstvertrauen ziehen? „Wir haben gesehen, dass wir mit dem Meister mithalten können. Der LASK hat ein viel größeres Budget als wir und hat im Gegensatz zu uns gefühlt keinen Eigenbauspieler drinnen.“ Mit dem jungen Weg der Austria kann er sich voll identifizieren: „Das ist unser Weg. Wir müssen anerkennen, dass es ein harter Weg ist, aber wir werden unsere Punkte machen und wir werden uns alle weiterentwickeln in dieser Saison.“ Aufgeben ist sowieso keine Option: „Wir sind im Cup weiter, im Europacup voll dabei – wir müssen weitermachen.“
Apropos Europacup. Am Donnerstag verteidigt die Austria im Rückspiel gegen Beitar Jerusalem einen 2:1-Vorsprung, es geht um den Aufstieg ins Play-off der Conference League. Mit einem Erfolgserlebnis auf internationaler Ebene könnte man auch Selbstvertrauen für die Bundesliga tanken. Da wartet am Sonntag das Kellerduell bei den ebenfalls noch punktelosen Hartbergern. Da sollte man dann doch zumindest anschreiben. Die Hoffnung stirbt zuletzt – und hat in Favoriten bekanntlich die Farbe Violett.
Source:: Kurier.at – Sport



