
In Deutschland ist die Binnenschifffahrt auf dem Rhein bedroht. Das extreme Niedrigwasser dürfte in Bälde zu einer Zweiteilung des Flusses führen. Zum einen gebe es zwischen den Nordseehäfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und der Region Köln noch Schiffsverkehr über den Rhein und das westdeutsche Kanalgebiet. „Und es gibt weiter südlich Schiffsverkehr an den Nebenflüssen Neckar, Mosel, Main, Main-Donau-Kanal“, sagte Jens Schwanen, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) der Rheinischen Post. Und: „Wegen ausbleibender Niederschläge wird im Laufe der Woche an dem für Schifffahrt und Wirtschaft wichtigen Pegel Kaub erstmals ein nur noch einstelliger Wert prognostiziert.“
Die Messstelle des Rhein-Pegelstandes in Kaub gilt als Referenzwert für die Schifffahrt. Kaub liegt in der Mitte zwischen Main und Koblenz.
Weil die Fahrrinne in diesem Abschnitt ohnehin relativ flach ist, sieht der BDB die dort erwarteten Pegelwerte mit besonderer Sorge. „Die gewerbliche Schifffahrt wird bei derart niedrigen Wasserständen in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen können. Gleiches gilt für die Tagesausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt“, sagte Schwanen.
Der BDB-Geschäftsführer begrüßte weitere geplante Krisensitzungen mit dem deutschen Bundesverkehrsministerium. Optionen für den verstärkten Einsatz von Straße und Schiene würden an diesem Montag erörtert, sagte Schwanen. Er befürworte zudem eine Aufschiebung von Baumaßnahmen, um zumindest derartige Einschränkungen zu vermeiden. „Direkt am folgenden Mittwoch werden die anstehenden Bauarbeiten bei Straße, Schiene und Wasserstraße auf den Prüfstand gestellt.“
Die extrem niedrigen Pegelstände – die auch andere große deutsche Flüsse betreffen – stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme. Schiffe können deutlich weniger Ladung transportieren, was die Transportkosten erhöht und vor allem Industriebranchen belastet, die auf diese Transporte angewiesen sind.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (47, CDU) hatte zuletzt in der BILD-Zeitung eine Aussetzung des Sonntags- und Feiertagsfahrverbots für Lkw ins Spiel gebracht, um wichtige Güter zeitweilig vermehrt über die Straße transportieren zu können. Neben Nordrhein-Westfalenhaben bisher Niedersachsen sowie Rheinland-Pfalz und das Saarland das Sonn- und Feiertagsfahrverbot vorübergehend gelockert.
Source:: Kurier.at – Politik



