Leipzig: Drohne flog gezielt auf ukrainischen Frachter zu

Politik

Die vergangene Woche am Flughafen Leipzig/Halle aufgefundene Drohne mit einer Sprengstoffladung ist laut einem Medienbericht direkt auf ein ukrainisches Frachtflugzeug zugeflogen. Wie die deutsche Wochenzeitung Die Zeit am Montag berichtete, zeigen neu ausgewertete Aufnahmen einer Überwachungskamera, dass die Drohne am Abend auf einer Tragfläche des Flugzeugs des Typs Antonow einschlug.

In den Tragflächen befinden sich in der Regel Treibstofftanks. Auf den Aufnahmen sei zu sehen, dass das Gerät von der Tragfläche abprallte und zu Boden fiel, berichtete die Zeit. Spuren an einem Flügel der Antonow bestätigen diesen mutmaßlichen Ablauf.

Warum der Sprengsatz nicht explodierte, sei noch unklar, hieß es. Er sei später nicht an der Drohne selbst vorgefunden worden, sondern in einiger Entfernung davon. Möglicherweise habe er sich beim Aufprall abgelöst. Bei dem Sprengstoff habe es sich um Semtex gehandelt.

Flughafen als Umschlagplatz für Militärgüter

Die Drohne war in der Nacht auf Mittwoch kurz vor Mitternacht zufällig von einem Mitarbeiter entdeckt worden. Zu diesem Zeitpunkt soll sie allerdings Berichten zufolge in geringer Höhe zwischen mehreren geparkten ukrainischen Frachtmaschinen geschwebt sein. Später kollidierte eine Frachtmaschine an dem Flughafen mit einem weiteren Objekt, das aber noch nicht gefunden wurde.

Die Herkunft der Drohne ist bisher unklar, der Verdacht richtet sich vor allem gegen Russland. Der Leipziger Flughafen ist ein Umschlagplatz für Militärgüter für die Ukraine.

Die deutsche Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte eine Sprecherin. Die oberste Anklagebehörde hatte die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt hatte von einem „hybriden Anschlagsszenario“ gesprochen und „fremde Mächte“ als Urheber nicht ausgeschlossen.

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Deutschland will Anti-Drohnen-Einheiten verdoppeln

Der Vorfall löste eine Debatte über die Drohnenabwehr an kritischer Infrastruktur aus. Als Reaktion will Dobrindt einem Bild-Bericht zufolge die Anti-Drohnen-Einheiten bei der Bundespolizei verdoppeln.

Dem Zeit-Bericht zufolge ereignete sich der Vorfall am Dienstagabend voriger Woche gegen 19.30 Uhr. Die Drohne sei erst rund vier Stunden später entdeckt worden. Wie die Videoaufnahmen dem Bericht zufolge nun zeigen, lag sie bereits auf dem Boden, als ein Busfahrer darauf aufmerksam wurde, seinen Fuß darauf stellte und das Sicherheitspersonal verständigte. Damit würden bisherige Darstellungen korrigiert, wonach der Busfahrer das über dem Boden schwebende Fluggerät mit einem Fußtritt aus der Luft geholt habe. Diese Version hatte unter anderem der CDU-Bundestagsabgeordnete Detlef Seif nach einer Unterrichtung von Innenpolitikern durch die deutsche Regierung wiedergegeben.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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