Nevrivy über SPÖ: „Wirtschaften können wir nicht“

Politik

Vergangene Woche musste sich Ernst Nevrivy (SPÖ) ausführlich entschuldigen. Der Bezirksvorsteher der Wiener Donaustadt nahm bekanntlich auch an jener Gesprächsrunde am 20. November 2025 teil, die heimlich aufgenommen wurde. Während der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck aus der ÖVP ausgeschlossen wurde und später zurücktrat, zog Nevrivy vorerst keine derartigen Konsequenzen.

Wie der KURIER berichtete, bezeichnete Nevrivy im Keller unter anderem Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) als „Bürgermeister, der nichts kann“ – garniert mit Beschimpfungen. Zudem stellte er die Kompetenz der Wiener Wirtschaftsagentur und auch jene von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) in Frage. Zumindest seltsam wirkt auch eine Passage zu einem wohl gescheiterten Deal mit dem japanischen Pharmariesen Takeda in der Stadlau. Weder Nevrivy noch Takeda wollten bisher Details kommentieren.

Über weitere Gesprächspassagen – die auch dem KURIER vorliegen – haben Mittwochmorgen Krone und Profil berichtet. Erneut steht Nevrivy im Mittelpunkt.

Nevrivy: „Wirtschaften können wir nicht“

Die Runde spricht erneut über die Wirtschaftsagentur, die sich etwa um die Verteilung von Fördergeldern kümmert. Ruck zeigt sich mit dem hohen Verwaltungsaufwand der Agentur unzufrieden, unter anderem für Begutachtungen: „Das kann ich über KI machen.“ Nevrivy pflichtet ihm bei: „Das sind inkompetente Mitarbeiter.“ Die Runde bespricht, wie man die Wirtschaftsagentur strukturell neu aufstellen könnte.

Nevrivys Fazit, mit Bezug auf die SPÖ: „Ja, wirtschaften können wir nicht.“ Ruck widerspricht: „Nein, die SPÖ kann schon wirtschaften.“ Ihr fehle nur der Mut und die „Schranke“ der SPÖ seien private Beteiligungen.

Daraufhin folgt erneut eine heikle Passage, die für Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) erneut unangenehm sein dürfte. Es geht um den möglichen Verkauf von Gemeindewohnungen und einen Termin, der laut Profil am 21. Oktober 2025 stattgefunden hat.

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Gemeindewohnungen? „Völliger Schwachsinn, jetzt machen wir es eh wieder“

Nevrivy meint im Weinkeller, man könne einen Teil der Gemeindewohnungen ja „verklopfen“. Hintergrund: In Wien gibt es derzeit rund 220.000 Gemeindewohnungen. Ex-Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hatte 2015 die Errichtung weiterer Wohnungen angekündigt.

Nevrivy liefert hierzu eine Anekdote: „Die kommen an einem Tag, auf die Nacht, der Häupl, nach einem Fetz’n (wienerischer Ausdruck für Alkoholisierung, Anm.) – anders kann es nicht gewesen sein – und sagen: Wir brauchen mehr Gemeindewohnungen. Das war ja unglaublich, wie ich das gehört habe, völliger Schwachsinn! Viel dümmer kannst du es nicht mehr machen. Also mehr Geld zu verbrennen, als dass die Stadt Wohnungen bauen muss, kannst du eh nicht. Jetzt machen wir es eh wieder.“

Ruck erwähnt dann ein gemeinsames Mittagessen, das er „vor drei Wochen“ gehabt hätte. Ruck ist auch Aufsichtsratsmitglied der „Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group“, Tochter der Vienna Insurance Group (VIG). Unter anderem ebenso mit dabei: Ludwig, Vizebürgermeisterin Barbara Novak, VIG-Chef und Ex-Finanzminister Hartwig Löger, der nunmehr in der Immobilienbranche tätige Ex-Kanzler Werner Faymann und VIG-Aufsichtsratschef Günter Geyer. 

„Das Thema war: Leute, wir kaufen euch einen Teil ab von den Wohnungen“, meint Ruck. Wurde ernsthaft darüber diskutiert, dass die Stadt Wien der VIG Gemeindewohnungen verkauft? Laut Profil schon, Ludwig als auch Novak hätten das im Gespräch aber ausgeschlossen. Es sei auch nie angedacht gewesen oder auch nur in Erwägung gezogen worden, wie Ludwig und Novak in Statements klarstellen.

Nevrivy meint im Weinkeller dann zum Verkauf von …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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