Wien-Dreh zu Ransmayr-Verfilmung: Gipfelträume im verrauchten Pub

Kultur

„Dieses Irish Pub hier sieht besser aus als in Irland“, wird am Filmset in der Wiener Schleifmühlgasse gescherzt. Und es ist ein waschechter Ire, der das sagt: Der „Game of Thrones“-geeichte Schauspieler Donagh Deeney.

Zwischen Guinness-Gläsern, künstlichem Zigarettenrauch und dunkler Täfelung wurde Ende Mai in einem Wiener Pub Irland äußerst lebendig – für den Kinofilm „Der fliegende Berg“. Der Film des Schweizer Regisseurs Nicolas Steiner basiert auf dem gleichnamigen Roman des österreichischen Bestsellerautors Christoph Ransmayr und soll 2027 ins Kino kommen. Produziert wird „Der fliegende Berg“ von der Schweizer Tellfilm, der irischen Samson Films und Amour Fou Vienna.

Die Geschichte dreht sich um zwei irische Brüder, Pad und Liam, die nach dem Tod ihres Vaters nach Hause zurückkehren. Obwohl sie einander entfremdet hatten, begeben sie sich gemeinsam auf eine Reise, die alte Bindungen wieder aufleben lassen soll. Liam überzeugt seinen Bruder, ihn auf seiner Expedition nach Tibet zu begleiten. Sie suchen nach einem geheimnisvollen Berg, den „Kham Phur-Ri“, zu Deutsch: „Fliegender Berg“. Die Brüder finden den Siebentausender zwar, allerdings kehrt nur einer lebend zurück.

Lange Reise

Die irischen Schauspieler Barry Ward („Jimmy’s Hall“ von Ken Loach) und Moe Dunford („Vikings“) spielen die beiden ungleichen Brüder. Ward erinnert sich an die Anfänge des Projekts, das selbst wie eine lange Reise anmutet: „Ich wurde vor sechs Jahren gecastet. Dann wurde der Dreh immer wieder verschoben und abgesagt, und ehrlich gesagt, hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben. Dann rief Nico plötzlich an und sagte: ,Wir sind startklar.‘ Das war eine echte Überraschung!“

  Die Kunst als Denkaufgabe und Dominospiel

Was er an der Figurenkonstellation interessant finde: „Wenn Familienmitglieder wieder zusammenkommen, fügen sie sich oft wieder in die Dynamiken ein, die in der Kindheit entstanden sind. Ich denke, das macht den Film so vielschichtig.“

Moe Dunford und er hatten zwar davor noch nicht miteinander gearbeitet, kannten einander aber. Das erste Zusammentreffen sei beim Fastnet-Filmfestival in West Cork im Süden Irlands gewesen. Dunford erzählt: „Es war eine warme Nacht und es wimmelte von Mücken, die alle zerstochen hatten. Also waren schon weg, außer Barry und mir. Wir warfen unsere Pullover über den Kopf, tranken weiter und unterhielten uns.“ Die Arbeit an „Der fliegende Berg“ habe sich dann „wie eine richtige Brüderbeziehung“ entwickelt.

Die Geschichte spielt an der irischen Küste und in Tibet. Gedreht wurde bisher im nordirischen Doneghal, aber für die Himalayalandschaft wurde Nepal als Location gewählt, da sich die Drehgenehmigungen für Tibet als kompliziert herausgestellt hatten. An der Zeit in Nepal habe er „jede Minute genossen“, sagt Ward. „es ist ein wunderschönes Land mit wundervollen Menschen. Und die Dreharbeiten auf über 4.000 Metern Höhe – einfach spektakulär. Jeden Tag zur Arbeit zu gehen und sich wie im siebten Himmel zu fühlen, war eine unglaubliche Erfahrung.“

Klettern in den Schweizer Alpen

Im Herbst warten dann noch eisige Hochgebirgsszenen, die in den Schweizer Alpen gedreht werden. „Ich muss anfangen, Kniebeugen und Bergaufgehen zu üben“, sagt Dunford. „Es ist ein Abenteuer, auf das ich mich freue“. Für ihn sei das alles wie ein wahr gewordener Bubentraum: „Schon als Kind wollte ich Teil von Abenteuerfilmen sein, und ich habe jetzt ein fantastisches Team, das …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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