Libanon und Israel beginnen Gespräche in Washington

Politik

Vertreter des Libanon und Israels haben in Washington direkte Gespräche aufgenommen. Dabei fordert die libanesische Regierung ein Ende der israelischen Angriffe, während Israel auf eine Entwaffnung der Schiiten-Miliz Hisbollah und ein Friedensabkommen pocht. Einem Vertreter des US-Außenministeriums zufolge begann das Treffen am Donnerstag unter US-Vermittlung.

Die Verhandlungen, die bis Freitag andauern sollen, finden trotz des scharfen Protests der vom Iran unterstützten Hisbollah statt. Es ist das dritte Treffen beider Seiten seit dem Wiederaufflammen der Feindseligkeiten am 2. März und der ranghöchste Kontakt seit Jahrzehnten.

Treffen überschattet von anhaltenden Kämpfen

Überschattet wird die Zusammenkunft von anhaltenden Kämpfen. Eine von US-Präsident Donald Trump am 16. April ausgerufene Waffenruhe läuft am Sonntag aus. Zwar beschränkten sich die Auseinandersetzungen zuletzt weitgehend auf den Südlibanon, forderten jedoch weitere Opfer. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden am Mittwoch 22 Menschen bei israelischen Angriffen getötet, darunter acht Kinder. Die libanesische Delegation dringe daher auf eine Waffenruhe, „die Israel umsetzt“, sagte ein hochrangiger libanesischer Regierungsvertreter.

Das israelische Militär teilte mit, eine von der Hisbollah abgefeuerte Drohne sei im israelischen Grenzgebiet eingeschlagen und habe mehrere Zivilisten verletzt. Israel hält weiterhin Truppen in einer selbst deklarierten Sicherheitszone im Südlibanon, um nach eigenen Angaben den Norden des Landes vor Angriffen der Miliz zu schützen.

Erweiterte Delegationen bei neuer Gesprächsrunde

Beide Länder haben ihre Delegationen für diese Gesprächsrunde erweitert, nachdem sie zuvor durch ihre Botschafter in Washington vertreten worden waren. Neben dem libanesischen Sondergesandten Simon Karam und dem stellvertretenden israelischen Nationalen Sicherheitsberater Jossi Draznin nehmen nun auch hochrangige Mitglieder des israelischen Militärs teil, hieß es vom US-Außenministerium.

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Die Verhandlungen laufen parallel zu den diplomatischen Bemühungen um eine Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Die Regierung in Teheran macht ein Ende des Krieges im Libanon zur Bedingung für ein umfassenderes Abkommen. Seit Anfang März wurden nach libanesischen Angaben 2.896 Menschen im Libanon getötet und rund 1,2 Millionen in die Flucht getrieben. Auf israelischer Seite starben Armeeangaben zufolge 17 Soldaten im Südlibanon, zudem kamen zwei Zivilisten im Norden Israels ums Leben.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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