70. Song Contest: Großdemo am Samstag gegen „Terrorstaat“ Israel

Kultur

Wenige Tage vor dem Finale des Eurovision Song Contests haben die Organisatoren der Protest-Aktionen erneut den Ausschluss von Israel aus dem Event gefordert. „Keine Bühne für den Völkermord“, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Der Ausschluss wäre ein symbolisches Zeichen dafür, dass sich der „Apartheid- und Terrorstaat“ Israel mit seinem Vorgehen in Gaza abseits der friedliebenden Länder-Familie stellt, sagte der britische Filmemacher Haim Bresheeth.

Bresheeth meinte, dass Israel mit Gaza eine Stadt in der Größenordnung von Wien zerstört und einen Genozid an der palästinensischen Bevölkerung begangen habe. Es gäbe „kein Wasser, keine Schulen und keine Krankenhäuser“ mehr. Israel würde aber verhindern, dass über diese katastrophalen Zustände medial berichtet wird – so seien in den vergangenen Jahren bis zu 300 Journalistinnen und Journalisten getötet worden, so Bresheeth.

Laut Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen (RSF) sind seit Oktober 2023 mehr als 220 Medienschaffende in Gaza von der israelischen Armee getötet worden, davon mindestens 70 im Rahmen ihrer Arbeit.

Irina Vana von der Palästina Solidarität Österreich sagte, dass Israel den Song Contest bewusst und mit großen Geldmengen zur Inszenierung benutzt. Diesem „Artwashing“ wolle man mit einem „Song Protest“ am Freitag und einer Großdemo am Samstag entgegentreten. Für Dienstagnachmittag planten die Aktivistinnen und Aktivisten zudem am Wiener Schwedenplatz eine symbolische Sargniederlegung, um auf den „Genozid“ in Gaza aufmerksam zu machen.

Rückzug der Künstler gefordert

Der Künstler Topoke, der den „Song Protest“ mitmoderieren wird, forderte gerade Österreich mit seiner problematischen Vergangenheit im Zweiten Weltkrieg dazu auf, das Vorgehen von Israel zu verurteilen. „Nie wieder gilt für alle“, sagte Topoke. Da ein Ausschluss von Israel unwahrscheinlich ist, forderte der Künstler die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ESC dazu auf, sich von dem Bewerb zurückzuziehen.

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Die Kritik, dass ihr Protest zu Unruhe beim ESC und vermehrtem Polizeieinsatz führt, wiesen die Organisatoren zurück. Israel hätte – so wie Russland nach seinem Angriff auf die Ukraine – von dem Bewerb ausgeschlossen werden müssen. Österreich habe sich aber stattdessen „aktiv“ auf die Seite von Israel gestellt.

Am Podium bei der Pressekonferenz war auch der Social-Media-Aktivist Rafael Eisler, der bereits am vergangenen Samstag beim Europatag am Stephansplatz in Wien lautstark gegen Israel protestiert und sich die Kritik von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zugezogen hat. Eisler reagierte darauf mit Unverständnis, da sich der Protest gegen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) gerichtet hätte. „Wenn das ein älterer, weißer Mann auf sich bezieht, zeigt das, wo wir als Gesellschaft stehen“, so Eisler.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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