ÖVP-Generalsekretär Gstöttner.: „Ich bin ein Christlich-Sozialer“

Politik

Am Wochenende hat Markus Gstöttner im Büro in der Lichtenfelsgasse in Wien seinen neuen Job als ÖVP-Generalsekretär angetreten.

KURIER: Herr Gstöttner, als klar war, dass ein neuer Generalsekretär kommt, waren alle überrascht, als Ihr Name genannt wurde. Wie sehr überrascht waren eigentlich Sie selbst, als Bundesparteiobmann Christian Stocker damit auf Sie zugekommen ist?

Markus Gstöttner: Das war für mich durchaus auch eine Überraschung. Es kam alles sehr kurzfristig. Ich wurde am Montag gefragt, am Mittwoch war dann schon die Antrittspressekonferenz als designierter neuer Generalsekretär. Aber ich habe mich sehr gefreut und auch nicht lang gezögert und zugesagt.

Sie kommen nicht direkt aus der Partei. Sie waren zwar Wiener Gemeinderat, Sie waren in mehreren Kabinetten, Sie haben zuletzt an Verhandlungen teilgenommen. Also Sie wissen ungefähr, wie die Partei funktioniert. Aber Sie haben keine wirkliche Karriere in der Partei hinter sich. Ist das ein Manko?

Jeder geht seinen eigenen Weg. Mein persönlicher Weg ist der, dass ich in Wien geboren und aufgewachsen bin und dann nach Studium und Grundwehrdienst nach England gegangen bin. Ursprünglich, um zu studieren. Dann war ich eine Zeit lang bei einem Hilfsprojekt in Indien und bin nach England zurückgegangen, um dort zu arbeiten. Gleichzeitig hat mich Politik immer interessiert. Und dadurch, dass ich ein Christlich-Sozialer und ein Österreicher bin, ist die Volkspartei mein politisches Zuhause.

Sie haben zum Dienstantritt ein Posting auf Instagram abgesetzt. Mit der Ansage, gemeinsam das Beste aus der ÖVP herausholen. Was ist das Beste der ÖVP?

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Die ÖVP ist eine Mitte-rechts-Partei, wir sind eine christlich-soziale Partei und wir haben ein klares Wertekonzept, eine Grundstruktur unserer Werteausrichtung. Wir stehen für die Freiheit des Einzelnen, für die Leistungsfähigkeit und die Eigenverantwortung, und auch die Möglichkeit, sich mit dieser Leistung und Eigenverantwortung etwas aufzubauen, Eigentum aufzubauen. Wir haben ein klares wirtschaftspolitisches Profil, wir sehen die Marktwirtschaft in Österreich, die ökosoziale Marktwirtschaft als die Grundlage unseres Wohlstands. Reguliert werden soll nur dort, wo es zum Allgemeinwohl notwendig ist. Und wir stehen für eine klare Sicherheits- und Ordnungspolitik. Dazu gehört auch eine Migrationspolitik, die klarmacht, dass Österreich ein weltoffenes Land in der EU ist, gleichzeitig wir aber illegale Migration nicht tolerieren und auch keine Toleranz gegenüber jenen zeigen, die es mit unserer Gesellschaft nicht gut meinen und unsere Wertesysteme eigentlich ablehnen.

Sie reden von der Mitte-rechts-Partei. Bei Ihrer ersten Pressekonferenz lautete eine Frage an Sie, ob Sie den „Mitte-links-Kurs der ÖVP“ ändern werden. Wie sehr hat Sie das überrascht?

Das hat mich durchaus überrascht.

Sind solche Einordnungen vielleicht Nachwehen der türkis-grünen Regierung? Teilweise hat man da in der ÖVP der Parteiführung vorgeworfen, dass man den Grünen zu sehr nachgegeben hat. Ein Vorwurf, den es jetzt teilweise auch in Richtung des Regierungspartners SPÖ gibt …

Ich glaube, zum einen war das eine sehr zugespitzte Frage. Ich möchte die jetzt auch nicht zu sehr überbewerten. Zum anderen hat natürlich die Volkspartei auch in den vergangenen Jahren Verantwortung übernommen. In Zeiten, die extrem herausfordernd waren. Erst mit der Migrationskrise 2015, dann mit Covid, mit dem Krieg in der Ukraine und damit einhergehend auch mit Energiepreisschocks, der hohen Inflation. Und auch jetzt sind …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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