Paul Ziemiak : Shitstorm mit Ansage: CDU-Generalsekretär zieht über Klimaaktivistin Greta Thunberg her

Politik

Wem dieser Tage nach etwas Aufmerksamkeit zu Mute ist, kann es sich leicht machen: Einfach den Namen Greta Thunberg auf einer sozialen Plattform posten und dann zusehen, wie sich die Meute darüber in die Haare kriegt. Vor allem dann, wenn man sich kritisch über die 16-jährige Schwedin äußert, wie es konservative und rechte Kreise gerne tun. Paul Ziemiak also, CDU-Generalsekretär, ist nun über einen Artikel gestolpert, in dem die Klimaaktivistin sagt, dass der deutsche Kohleausstieg 2038 absurd spät sei. Ziemiak teilt den Link, macht eine etwas besserwisserische Bemerkung dazu und, schwupp: Shitstorm.

„Ist das der neue Politikstil der CDU?“

„Oh, man… kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie Arme Greta!“, notiert Ziemiak und schafft damit das Kunststück, mit einem durchaus treffenden Argument das Thema dennoch zu verfehlen. „Sie werfen das einer 16 Jährigen vor, dass sie auch mal an die Zukunft ihrer Generation denkt angesichts der Probleme, die sie erben? Das ist sowas von gefühlskalt + unchristlich!“, antwortet Renate Künast, frühere Verbraucherschutzministerin von den Grünen. Sven Afhüppe, Chefredakteur des „Handelsblatts“ gefällt der Sound des CDU-Mannes ebenfalls nicht besonders: „Deutschland verfehlt die eigenen Klima-Ziele. Und der CDU- Generalsekretär kritisiert eine 16-Jährige, die das kritisiert. Ist das der neue Politikstil der CDU? Armer Paul Ziemiak!“.

Der Vorwurf, dass der Generalsekretär der erfolgreichsten Partei Deutschlands öffentlich einen Teenager niedermacht, zieht sich wie ein roter Faden durch Tausende von Kommentaren. Dennoch gibt es auch sachliche Stimmen, die zumindest Ziemiaks Kritik an der jungen Schwedin teilen. „Greta Thunberg ist nicht sakrosankt. Sie sucht die Öffentlichkeit, also muss es möglich sein, sie zu kritisieren“, schreibt etwa Karsten Schulz, nach eigener Angabe CDU-Mitglied. Ein Parteifreund springt ihm bei: „Greta Thunberg will ernst genommen werden. Wenn man sie dann ernst nehmen will, muss man sich auch kritisch mit ihr auseinandersetzen und dann darf und dann muss sie auch kritisiert werden“, so Thomas Nonnenberg.

Greta Thunberg freut die Empörung

Ob Ziemiak seine Kritik an der 16-Jährigen nun ernst meint, sie aus Aufmerksamkeitsgründen mal in die Runde gegeben hat, oder beides zusammen – funktioniert hat der Post. Mit seinen fast 2000 Reaktionen zählt seine Einlassung mit Abstand zu seinen „erfolgreichsten“ Twitter-Einträgen. Greta Thunberg, die es mit ihrer Sache sogar schon zum Weltwirtschaftsforum in Davos geschafft hat, dürfte es Recht sein – denn immerhin wird so über die Anliegen gesprochen. Oder wie sie selbst jüngst der Nachrichtenagentur DPA sagte: Es sei positiv, wenn sie und andere Klimaschützer manche Leute so sauer machten. „Das bedeutet, dass etwas passiert ist.“

…read more

Source:: Stern – Politik

      

(Visited 7 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.